Zeitung Heute : TRAGIKOMÖDIE

Cyrus

Unattraktiv wie seine Helden ist der ganze Film: „Cyrus“ erzählt von einem übergewichtigen, neurotischen 22-Jährigen, der eine nicht gesund wirkende Beziehung zu seiner Mutter pflegt. Dass die an der Misere gleichermaßen schuld ist, glaubt man gern. Jetzt wundert sie sich, dass der Sohn sich einmischt, wenn sie nach zwei Dekaden mal wieder einen Mann in ihr Bett lässt. Man möchte die drei ihrem Schicksal überlassen und sich erfreulicheren Konstellationen zuwenden, aber vorher muss man leider noch ertragen, dass die beiden Männer um die Frau konkurrieren und schließlich der Liebhaber das Feld räumt. Auch das Ende der Geschichte ist vorhersehbar. Marisa Tomei, John C. Reilly und Jonah Hill spielen das unglückselige Trio, gedreht wurde im Wesentlichen an zwei Schauplätzen, und das sehr gern nachts. Schlimmes Indie-Kino.

Daniela Sannwald

USA 2010, 91 Min., R: Jay und Mark Duplass, D: John C. Reilly, Jonah Hill, Marisa Tomei

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