Zeitung Heute : Treiber-Jagd

MARKUS RIMSCHA

Klappt das Drucken nicht, oder macht die neue Digitalkamera schlapp, sobald sie mit dem Rechner verbunden wird? Damit ein System optimal läuft, raten Experten immer wieder einen Blick auf aktuelle Geräte-Treiber zu werfen und gegebenfalls eine neuere Version zu installieren. Aber was ist eigentlich ein Treiber?Der Treiber ist die zentrale Schnittstelle zwischen Soft- und Hardware. Insbesondere das Betriebssystem muß intensiv mit den Hardware-Komponenten kommunizieren. Sei es nun eine Grafikkarte, die für den Bildschirmaufbau sorgen soll, oder ein Scanner, der Bilder einliest. Immer ist ein Treiber dazwischengeschaltet, der die speziellen Kommandos, mit der die Hardware gesteuert wird, für das Betriebssystem übersetzt und umgekehrt. Diese Zwischeninstanz bringt einen wesentlichen Vorteil mit sich: Der Softwarehersteller muß nicht dafür sorgen, daß seine Anwendung mit jeder möglichen Hardware-Komponente kooperiert. Er sagt den Hardwareherstellern nur, welche Befehle von seinem Programm verwendet und folglich von den Geräten verstanden werden müssen.Es bleibt dann meist den Hardwareherstellern überlassen, einen Treiber zu entwickeln, der die Fähigkeiten des jeweiligen Produktes am besten ausnutzt.Während früher kryptische Kommandozeilen nötig waren, lassen sich Treiber mittlerweile oft wie kleine Anwendungsprogramme installieren: eine grafische Oberfläche, auf der die Einstellungen komfortabel mit der Maus erledigt werden. Von den recht tiefen Eingriffen im System, die dies in der Regel nach sich zieht, erfährt der Anwender meist gar nichts mehr. Schlimmstenfalls muß der Rechner neu gestartet werden. Dabei ist aus Sicht des Programmierers ein Treiber nicht einfach zu entwickeln. Schließlich müssen sowohl die Eigenheiten und Fähigkeiten der Hardware berücksichtigt werden als auch die Einschränkungen, die das Betriebssystem mit sich bringt.Die Treiber-Frage sollte auch beim Kauf eine Rolle spielen. Wenn ein Hersteller im Rufe steht, besonders gute und stabile Treiber zu liefern, so kann das schon einen bedeutenden Einfluß auf die Kaufentscheidung haben. Schließlich ist es schon etwas ärgerlich, wenn der Scanner zwar recht preiswert und technisch gut ist, bei jedem dritten Einlesevorgang aber das Betriebssystem abstürzt.

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