Zeitung Heute : Treppchenwitze

Esther Kogelboom

Was wird heute wichtig?

Olympia-Auftakt. Heute werden in Turin die Olympischen Winterspiele eröffnet – und für die ARD geht Harald Schmidt ins Rennen. Passen Schmidt und Sport überhaupt zusammen? Eigentlich nicht. Es gibt keine zwei Punkte, die im Fernsehkosmos weiter voneinander entfernt zu sein scheinen als Waldemar Hartmann und Harald Schmidt, außer vielleicht Gerhard Delling und Sonia Mikich. Doch ab sofort stehen Harry und Waldi gemeinsam vor der Kamera: Für die Dauer der Olympischen Spiele wird das Duo an ARD-Sendetagen um 23 Uhr aus dem Deutschen Haus berichten, Verlierer und Sieger treffen, den Tag Revue passieren lassen. Ausgerechnet Harald Schmidt , bekennender Extrem-Hypochonder, wird also auf die härtesten Wintersportler der Welt treffen. Eiskunstlauf nannte er einmal „Kinderweitwurf“; die Disziplin Curling kommentierte er mit den Worten: „Bei dem Geschrubbe sind Frauen an ihrer ursprünglichen Bestimmung.“ Zu dem Fußball- WM-Maskottchen Goleo sagte er: „Der sieht aber ein bisschen so aus als hätte die Mutter in der Schwangerschaft geraucht.“ Für echte Sportfreaks mit Sicherheit gewöhnungsbedürftig. Die ARD wird Schmidt genau deshalb für Turin verpflichtet haben. Während Stefan Raab immer alles gleich selber ausprobieren will (Turmspringen, Boxen, in einem Wok die Bobbahn runterfahren), bleibt Harald Schmidt seiner ureigensten Disziplin treu: dem Late-Night-Talk, diesmal nur eben nicht aus dem Kölner Studio, sondern aus Turin. Wenn Harald Schmidt bisher die Geborgenheit seines stets auf 17 Grad Celsius heruntergekühlten Studios verlassen hat, dann, um beispielsweise mit Anke Engelke eine stundenlange Schifffahrt auf dem Rhein zu machen – ein Experiment, das von den Kritikern gnadenlos verrissen wurde. Bleibt die nicht unwesentlich Frage, ob sich Schmidt und Hartmann überhaupt verstehen werden. Hartmann, so viel ist sicher, bringt zumindest ein Grundverständnis für Schwaben auf – er volontierte 1970 bei der „Schwäbischen Neuen Presse“. Als Lieblingssendung gab er in einem Fragebogen „Schmidt“ an. Und selbst den legendären Ausbruch Rudi Völlers („Du sitzt bequem auf deinem Stuhl und hast drei Weizenbier getrunken“) ließ Hartmann an sich abperlen. Möglicherweise wird Hartmann sich an Schmidt gewöhnen. Für Harry und Sally gab es ja auch ein Happyend.

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