Zeitung Heute : Trinidad & Tobago – Schweden 0 : 0

WM-Stadion Dortmund, 10. Juni 2006, 60 285 Zuschauer

Jens Kirschneck

Fußballfans halten gerne zu Außenseitern, bei Weltmeisterschaften zumal. Und deshalb erfreut sich das Team von Trinidad & Tobago hier zu Lande gesteigerter Sympathie. Karibisches Lebensgefühl, dazu das kleinste Land, das sich jemals für eine WM qualifiziert hat, da freut sich der Underdog-Connaisseur. Doch die Zeiten haben sich geändert, Marketing ist überall, und so fallen auf dem Bahnhof sofort die Fans mit rot-schwarzen T-Shirts vom Ausrüster der Inselrepublik auf: „Impossible is nothing“ steht in unrunder Grammatik darauf; so wird ein Team zum Außenseiter par excellence stilisiert. Entsprechend überheblich gab sich Gegner Schweden und übersah sträflich, dass die karibischen Kicker mehrheitlich durch den Existenzkampf unterer britischer Ligen geschult sind. Als allerdings Trinidads Verteidiger Avery John nach der Pause eine Gelb-Rote Karte sah, um die er sich leidenschaftlich beworben hatte, schien der Kollaps eine Frage der Zeit. Doch immer wieder scheiterten die Schweden an Keeper Shaka Hislop, sonst ein Fliegenfänger bei West Ham United. Der rettete das 0:0 mit starken Paraden. Impossible is nothing? Satzbau hin oder her: In diesem Fall vielleicht mehr als Marketing-Gedöns.

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