TROJANER : Soll rein!

Eine Online-Durchsuchung funktioniere „im Prinzip wie eine Hausdurchsuchung“, sagt Jörg Schneider, Experte für Telekommunikationssysteme an der TU Berlin. Durchsucht werden soll der PC mit Hilfe eines speziell vom BKA

entwickelten Trojaners. Das sind Programme, die auf Computern heimlich nach bestimmten Schlüsselwörtern oder Verzeichnissen suchen können.

Es ist auch möglich, sämtliche

Tastatureingaben zu erfassen. Damit können Passwörter erkannt werden. Für jeden Computer, der durchsucht werden soll, will das BKA einen eigenen Trojaner entwickeln – um an die speziell gesuchten Daten zu kommen und mögliche Sicherheitsinstallationen zu überwinden. Technisch gibt es zwei Möglichkeiten: Die Fahnder können in die Wohnung eines Verdächtigen eindringen und den Trojaner dort direkt auf der Festplatte installieren – oder das Programm kann als

Anhang einer E-Mail eingeschleust werden. Wird dieser geöffnet, installiert sich der Trojaner, ohne dass es der PC-Nutzer im Normalfall bemerkt. Damit der Mail-Anhang geöffnet wird, kann das BKA die Absenderadresse fälschen – zum Beispiel werden Namen von Freunden des Verdächtigen genutzt. Experten sehen den Einsatz eines Trojaners zu Ermittlungszwecken kritisch: „Die technische Grundlage, dass Daten auch unbemerkt verändert werden können, sobald dieser Trojaner auf dem Rechner ist, bereitet uns Bauchschmerzen“, sagt Schneider. Der Einsatz des Spähprogramms soll nach einem Papier der Bundesregierung auch bei Mobilgeräten wie Handy, Smartphones und Blackberrys möglich sein.

Hintergründe und Expertisen zu aktuellen Diskussionen: Tagesspiegel Causa, das Debattenmagazin des Tagesspiegels.

Hier geht es zu Tagesspiegel Causa!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben