Zeitung Heute : Trübe Zeiten für Korallen

Der Tagesspiegel

Die Korallenriffe in den Ozeanen der Erde sind nicht nur durch Überfischung und Klima-Erwärmung gefährdet, sondern auch durch trübes Wasser. Diesen Zusammenhang zeigt Charles Yentsch vom Bigelow Laboratory for Ocean Sciences im US- Bundesstaat Maine nach Untersuchungen an Riffen in den Gewässern vor Florida und den Bahamas auf (New Scientist, Band 173, Heft 2331, Se ite 14). An den Küsten der Weltmeere werden zum Beispiel Mangroven-Wälder abgeholzt, die bisher von den Stränden ins Wasser geschwemmte Sedimente abgefangen haben, bevor sie die Korallen erreichten. Von den Äckern der Welt wird zunehmend Dünger in die Ozeane gespült. Dadurch reichern sich Nährstoffe im Wasser an, die Algenblüten begünstigen, die ihrerseits das Wasser trüben. Dies sowie weitere Einflüsse verringerte die Transparenz vieler Gewässer deutlich. Dadurch aber geraten die Algen in Schwierigkeiten, die in den Korallen mit Hilfe von Sonnenlicht Kohlenwasserstoffe produzieren, aus denen die Koralle ihre Struktur aufbaut.

Meist reicht das von den Algen empfangene Sonnenlicht gerade aus, um den Korallenstock am Leben zu halten. Trübt sich das Wasser, gelangt weniger Licht zu den Algen und die Korallen müssen in flacheres Wasser auswandern. Dort aber zerstören Wellen häufig ihre Strukturen.

RHK

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