Zeitung Heute : Truppe ohne Schutz

Der Tagesspiegel

Der Terror ist zurückgekehrt – nach Afghanistan. Verteidigungsminister Fahim entgeht in der Provinz nur knapp einem Attentat, in der Hauptstadt Kabul gerät die Internationale Schutztruppe unter Raketenbeschuss. Brechen nun die alten Rivalitäten zwischen den afghanischen Volksgruppen wieder auf, die Machtkämpfe zwischen den Kriegsherren? Schon macht der Name Hekmatjar die Runde, des unverbesserlichen Störenfrieds, der noch gegen alle Machthaber in Kabul intrigiert hat. Er soll auch jetzt wieder aktiv am Umsturz der Regierung Karsai arbeiten. Wirklich überraschend kommt diese Entwicklung nicht. Ein mehr als zwanzig Jahre währender Bürgerkrieg lässt sich schließlich nicht überwinden, indem man eine neue Regierung in der Hauptstadt installiert und dieser ein paar ausländische Soldaten an die Seite stellt. Nach der Vertreibung der Taliban formieren sich überall im Land – alte und neue – Gruppen, die im künftigen Afghanistan etwas zu sagen haben wollen. Da weder die Regierung noch die Schutztruppe außerhalb Kabuls Einfluss haben, geschieht dies völlig unkontrolliert. Afghanistan ist voller Waffen und ehemaliger Kämpfer. Quertreibern wie Hekmatjar fällt es deshalb nicht schwer, neue Truppen zu sammeln. Karsai, seine Minister und auch die Soldaten der Schutztruppe sind in permanenter Gefahr.uls

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