Zeitung Heute : TU kann 159 Professuren nicht mehr besetzen

Der Tagesspiegel

Der 60-jährige Mathematiker Kurt Kutzler will neuer Präsident der Technischen Universität werden. Der Akademische Senat nominierte ihn als einzigen Kandidaten. Der bisherige Präsident Hans-Jürgen Ewers war im Januar aus gesundheitlichen Gründen ausgeschieden, seit dem führt Kutzler als erster Vizepräsident die Geschäfte. Am 24. April wird das Kuratorium über die Nominierung befinden. Der erste Wahlgang ist für den 5. Juni geplant. Die Kandidaten für die Posten der drei Vizepräsidenten wurden noch nicht aufgestellt.

Vor dem Akademischen Senat erläuterte Kutzler, welche Folgen weitere Einsparungen für die TU haben werden: „Bereits in diesem Jahr beträgt unsere Deckungslücke elf Millionen Euro. Bis 2005 wird dieses Defizit auf 18 Millionen Euro ansteigen." Dies entspreche 300 Stellen. Ab sofort könne die TU keine einzige Professur mehr besetzen. Bis 2005 gehen 159 TU-Professoren in den Ruhestand, ihre Lehrstühle verwaisen. „Bei denMitarbeitern drohen uns Hunderte betriebsbedingte Kündigungen", warnte Kutzler.

„Sollten wir wie vom Finanzsenator geplant weitere zwanzig Prozent unseres Budgets einsparen müssen, dann sind noch einmal 1100 Stellen weg", rechnete Kutzler vor. Derzeit arbeiten 3450 Wissenschaftler, Techniker und Angestellte in Charlottenburg. Aufgrund von Tarifsteigerungen und Inflation schmilzt das TU-Budget im Jahr um fünf Prozent. „Wenn der Berliner Senat unser Budget ab 2006 deckelt, dann sind wir in vier Jahren zwar auch bei zwanzig Prozent weniger. Dann haben wir nur noch 2000 Mitarbeiter, und die wichtigsten Lehrstühle fehlen. In diesem Fall sollten wir gänzlich dicht machen.“ Heiko Schwarzburger

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