Zeitung Heute : TV-Satire zeigt Kipketer als Nutznießer des dänischen Wohlfahrtsstaates

Zu Empörung in Dänemark hat eine TV-Satire über den einheimischen 800-Meter-Weltrekordler Wilson Kipketer geführt, in der der gebürtige Kenianer als undankbarer Nutznießer des dänischen Wohlfahrtsstaates dargestellt wurde. Die Zeitung "Politiken" druckte am Mittwoch den Text des Beitrags im öffentlich-rechtlichen Sender TV2 ab, in dem es unter anderem hieß: "Glücklicherweise gab es Leute in anderen Ländern, die ihm mit etwas halfen, was man dort Sozialhilfe nennt. Das fand der kleine quicke Junge so schön, dass er die Beine in die Hand nahm und zu dem kleinen Land im Norden mit den vielen freundlichen Menschen lief."

Kipketer war Anfang der neunziger Jahre als Jugendlicher von Kenia nach Dänemark gekommen und als erfolgreicher Läufer wie viele Sportprofis zur Steuerersparnis nach Monte Carlo umgezogen. Er hat nach Angaben in mehreren Medien nie Sozialhilfe empfangen.

In der Satire wurde er weiter als "kohlrabenschwarzes Aschenputtel" bezeichnet, das "sein eigentliches Ziel" erst mit der Umsiedlung ins Steuerparadies Monaco erreicht habe. Der Sportchef von TV2, Ole Henriksen, verteidigte den Beitrag gegenüber "Politiken" und sagte: "Das Übergeordnete besteht in Kipketers etwas merkwürdigem und unanständigem Vorgehen. Ich mag es einfach nicht, wenn ein Mann erst gastfreundlich in einem Land aufgenommen wird und sich dann aus dem Staub macht, sobald er zu Ruhm und Ehre gekommen ist und Steuern bezahlen soll."

Kipketer hatte als dominierender 800-Meter-Läufer der letzten Jahre in dieser Saison die Weltmeisterschaft in Sevilla und eine Hälfte des "Jackpots" nach Siegen bei allen sieben Golden-League-Wettbewerben gewonnen.

Hintergründe und Expertisen zu aktuellen Diskussionen: Tagesspiegel Causa, das Debattenmagazin des Tagesspiegels.

Hier geht es zu Tagesspiegel Causa!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben