Zeitung Heute : Über 200 Tote bei Erdbeben in Italien

Berlusconi lehnt Hilfe aus dem Ausland ab

Berlin - Nach dem verheerenden Erdbeben in Mittelitalien stehen die Helfer im Wettlauf gegen die Zeit, um verschüttete Menschen noch lebend zu bergen. Mehr als 5000 Kräfte suchen in den verwüsteten Städten nach Überlebenden. Bis zum Dienstagnachmittag wurden 207 Tote aus den Trümmern in der abruzzesischen Hauptstadt L’Aquila, etwa 100 Kilometer nordöstlich von Rom gelegen, und den zum Teil völlig zerstörten Orten der Umgebung geborgen.

Außer L’Aquila sind 26 Gemeinden massiv betroffen. 150 Menschen konnten die Helfer lebend aus den Resten ihrer Häuser und öffentlicher Gebäude ziehen, mindestens 17 werden weiter vermisst. Am Dienstagabend konnte nach Angaben der italienischen Nachrichtenagentur Ansa ein kleines Mädchen lebendig geborgen werden. Die Suche soll nach den Worten von Premier Silvio Berlusconi noch 48 Stunden fortgesetzt werden, um alle Überlebenden des Unglücks zu finden. Angesichts der Gefahr neuer Beben warnte Berlusconi die Bewohner evakuierter Stadtteile vor einer Rückkehr. Die Regierung kündigte die Einrichtung von 20 Zeltstädten mit 16 Feldküchen an für Menschen, deren Häuser zerstört oder schwer beschädigt wurden.

Berlusconi lehnte am Dienstag ausländische Hilfe ab: „Wir danken dem Ausland für die Solidarität, aber wir bitten darum, uns nichts zu schicken. Wir sind ein stolzes und wohlhabendes Volk und kommen allein zurecht.“ Oppositionsführer Dario Franceschini widersprach: Die Regierung solle die Angebote gründlich prüfen. „Das ist schließlich nichts Schlimmes. Auch Italien hat in der Vergangenheit Leute in Notfällen ins Ausland geschickt, in die Türkei, zu den Waldbränden in Spanien und nach der Flutkatastrophe nach Deutschland.“ In der Nacht zum Dienstag und am Mittwoch gab es weitere Erdstöße ade/kög

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