Zeitung Heute : Über den Quereinstieg ins Zentrum des Flugzeugbaus

Ingenieurdienstleister suchen ständig Projektingenieure, weil ihre Kunden ihnen die besten abwerben

Annette Fahrendorf

Wenn der Flugzeugbauer Airbus oder deren Muttergesellschaft EADS (European Aeronautic Defence and Space Company) Projekte an Ingenieurbüros outsourct, geht die gesamte Verantwortung an den Dienstleister: Von der Entwicklung über die Konstruktion bis hin zur Qualitätssicherung – alles soll in einer Hand liegen. Diesen Anforderungen können nur große, sehr gut aufgestellte Ingenieurbüros genügen; und das auch nur, wenn sie über ein Netzwerk an kleinen, spezialisierten Zulieferern (Subcontractern) verfügen. Warum sollte es in der Luftfahrt anders sein als in der Automobilbranche?

Die Internationale Luft- und Raumfahrtausstellung (ILA) bietet die Gelegenheit, sich einen Eindruck von den Karrierechancen auch bei Dienstleistungsfirmen zu machen. Im Career Center sind längst nicht alle zu finden, auch nicht der Airbus-Zulieferer Rücker AG, der in den nächsten Monaten 100 Ingenieure für Luft- und Raumfahrt in Hamburg und Rostock einstellen will. So lohnt sich für Bewerber ein Ausflug auch in die anderen Hallen.

Mit rund 1900 Mitarbeitern gehört auchdie Ferchau Engineering GmbH zu den größten deutschen Ingenieurdienstleistern. Das Unternehmen – ebenfalls von Airbus als Zulieferer anerkannt – stellt jährlich bis zu 250 Ingenieure ein, viele für die Luft- und Raumfahrt. Absolventen anderer Ingenieursstudiengänge werden in das Fachgebiet eingearbeitet. Erst nach gründlichen EDV-Schulungen (Konstruktions- oder Berechnungsprogramme) dürfen sie erste Projekt-Erfahrungen sammeln. Nach und nach werden Projektmanagements- und Führungsseminare aufgesattelt und runden das Profil eines beratenden Ingenieurs für die Luft- und Raumfahrt ab. Bis ein neuer Mitarbeiter richtig eingearbeitet ist, vergehen meist zwei Jahre. Danach ist er fit für die Projektteams – und attraktiv für die Kunden. Abwerbungen sind an der Tagesordnung. „Dem können wir nur begegnen, wenn wir mindestens ebenso gute Chancen bieten“, sagt Christoph Rüsch, Leiter des Geschäftsbereichs Aviation bei Ferchau Engineering. So gehören bei den gut aufgestellten Ingenieurbüros Karriereplanung und regelmäßige Mitarbeitergespräche zum Konzept. Rüsch: „Gerade weil wir Dienstleister sind, müssen wir präzise wissen, was jeder vom anderen denkt.“

Weitere Infos im Internet unter:

www.ferchau.de, www.ruecker.de

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