Zeitung Heute : Über den Rand geschaut

Mit den passenden Begleitpflanzen verwandeln sich schnöde Plattenwege in verwunschene Pfade durchs Gartenreich

Wege sind nicht nur wichtige Gestaltungselemente im Garten, sondern auch Zugänge zum Haus oder anderen Bereichen. Sie verbinden verschiedene Teile des Gartens miteinander und lassen sich unterschiedlich gestalten. Doch es ist nicht nur der Belag des Weges, von dem die Wirkung ausgeht. Auch die Begleitpflanzen am Rand spielen eine wichtige Rolle, damit sich der Pfad harmonisch in den Garten einfügt. Spätsommer und Herbst bieten sich als Pflanzzeit besonders gut an. Deshalb ist jetzt eine günstige Gelegenheit, sich über die Gestaltung der Wegkanten Gedanken zu machen.

Zu beachten ist neben der Breite des Weges auch die Lage, denn schattige Zugänge benötigen andere Begleitpflanzen als solche in der prallen Sonne. Soll sich vom Frühjahr bis zum Herbst ein ansprechendes Blütenband am Wegrand entfalten, sind außerdem die Blütezeiten der einzelnen Pflanzen zu bedenken. Prächtige Anblicke erzielt man mit zahlreichen Polsterstauden, die sich flächig ausbreiten und trotzdem mühelos über kleine Kanten am Wegrand wachsen. Mit einigen von ihnen lassen sich vor allem im Frühlingsgarten die schönsten Bilder schaffen. Favoriten auf sonnigen Plätzen sind vor allem im April und Mai blühende Blaukissen (Aubrieta), die sich mit unzähligen Blüten in blauen, violetten und roten Farbtönen schmücken. Dazu passt als neutraler Begleiter sehr schön die weiß oder rosa blühende Alpengänsekresse (Arabis caucasica) sowie das Frühlingssteinkraut (Alyssum saxatile) mit seinen goldgelben Blüten.

Noch mehr Abwechslung lässt sich mit weiteren Arten schaffen. So kann man auch die weiß blühende Schleifenblume (Iberis) dazupflanzen. Eine große Auswahl bietet sich bei den verschiedenen Teppichphloxen (Phlox subulata) an, die von Weiß mit rotem Auge, über Rosa-karminrot bis Dunkelrot im Handel erhältlich sind. Auch zweifarbige Sorten gibt es, die sich teilweise durch recht große Blüten auszeichnen. Auf diese Weise erzielt man eine zauberhafte Wegbegleitung in überquellender Schönheit. Allerdings müssen diese Pflanzen von Zeit zu Zeit nach der Blüte gestutzt werden, damit sie den Weg nicht zu sehr schmälern.

Als Sommerblüher eignen sich vor allem Sonnenröschen und Glockenblumen, die sich farblich wundervoll ergänzen. Während es von den Sonnenröschen (Helianthemum) viele Sorten in leuchtenden Farben von Gelb über Orange bis Rosa und Rot gibt, herrscht bei den Glockenblumen das Blau vor. Neben der Hängepolsterglocke (Campanula poscharskyana) mit langen, niederliegenden Trieben und sternförmigen, lavendelfarbenen Blüten eignet sich vor allem die Karpaten-Glockenblume (Campanula carpatica). Sie bildet lockere Blattpolster bis 30 Zentimeter Höhe, über denen sich von Juli bis September große Glockenblüten in Blau und Weiß entfalten.

Mit silbrigem Laub und weißen Blüten lässt sich das Hornkraut (Cerastium tomentosum) gut mit allen Farben kombinieren. Allerdings wächst die Pflanze recht üppig und bringt schnell andere Arten in Bedrängnis. Als kurzzeitigen, aber sehr wirksamen Blickfang empfehlen sich verschiedene Blumenzwiebelgewächse. Vor allem die niedrig bleibenden Tulpen passen gut zwischen niedrige Polster des Teppichphloxes. Auf diese Weise kann man sich bereits im April und Mai an schönen Farbkombinationen erfreuen. Für die weiß blühenden Arten bieten sich Tulpen in vielen Farben an, bei blau blühenden Polsterpflanzen empfehlen sich gelbe oder orangefarbene Tulpen, aber auch Narzissen. Damit die Wegeinfassung auch im Sommer wieder für Überraschungen sorgt, können im Herbst die Zwiebeln mittelhoher Laucharten (zum Beispiel Allium sphaerocephalum, A. roseum oder A. tuberosum) gepflanzt werden.

Polsternelken eignen sich ebenfalls gut zum Bepflanzen von Wegrändern, wo sie mit ihren Polstern die Kante der Steine brechen. In der umfangreichen Palette dieser reizvollen Nelkenarten gibt es anspruchslose, leicht wüchsige Arten. Die wohl bekannteste ist die Federnelke (Dianthus plumarius), die ihre Heimat in den Kalkgebieten der Alpen hat. Die Wildform wird seltener angeboten, dafür aber die zahlreichen Sorten. Sie entstanden durch Kreuzung der Federnelke mit anderen Arten und sind auch unter der englischen Bezeichnung „Pinks“ bekannt.

Alle Sorten zeichnen sich durch große Blüten aus, die vorwiegend halb gefüllt oder gefüllt sind und zierlich geschlitzte Blütenblätter haben. Zu den Spätblühern unter den Nelkenarten gehört die Sandnelke (Dianthus arenarius), denn die duftenden Blumen erscheinen erst von Juli bis September. Die Blütentriebe sind zehn bis 30 Zentimeter hoch, die Blüte ist weiß und jeder Spross trägt ein bis zwei Blüten.

Für Sonne und Schatten gleichermaßen zu empfehlen ist der Frauenmantel (Alchemilla mollis), eine anspruchslose Staude mit runden, leicht gebuchteten Blättern, über denen lockere grüngelbe Blütendolden stehen. Ein fast exotisch anmutender Blickfang ist die Bepflanzung des Wegrandes mit Lavendel (Lavandula angustifolia). Allerdings sollte man vollsonnige und trockene Stellen auswählen, damit sich die Pflanzen tatsächlich üppig entwickeln.

Liegen die Wege im Halbschatten, empfehlen sich eine Reihe schöner und attraktiver Stauden. Dazu gehört die Golderdbeere (Waldsteinia geoides), die eine etwa 20 Zentimeter hoch wachsende, dichte Bodendecke bildet, die im April und Mai von vielen gelben Blüten übersät ist. Hübsch sind auch die Purpurglöckchen (Heuchera sanguinea) anzusehen, die man mit der Golderdbeere kombinieren kann. Diese Pflanze mit den rundlich herzförmigen Blättern entfaltet je nach Sorte von Mai bis August zarte Blütenstände in rosafarbenen und roten Tönen.

Zu den wertvollsten Stauden für Halbschatten und Schatten gehören zweifellos die Elfenblumen (Epimedium). Sie erfreuen uns zwar nur kurz im Frühjahr mit ihren Blüten, dafür schmückt das schöne Laub die Pflanze aber bis in den Winter hinein. Empfehlenswert ist zum Beispiel Epimedium x rubrum, dessen junges Laub purpurrot und grünlich geadert ist. Beim Austrieb rötlich, färbt sich das Laub von Epimedium x versicolor im Winter bronzefarben.

Auch der Gelbe Lerchensporn (Corydalis lutea) eignet sich als Begleiter für Wegränder. Er verträgt Sonne und Schatten gleichermaßen und blüht vom Frühsommer bis weit in den Herbst ununterbrochen. Da die Samen der Pflanze den Winter überdauern und im Frühjahr keimen, erhält sich der Gelbe Lerchensporn von selbst in üppiger Fülle.

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