Zeitung Heute : Über die Grenzen hinweg

Kurt Kutzler
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Foto: TU-Presse/DahlUlrich Dahl

Ein herausragendes Merkmal der TU Berlin ist ihre starke internationale Verflechtung. Diesen Weg gehen wir seit Jahrzehnten. Unsere rund 5600 ausländischen Studierenden, 130 Kooperationsprogramme mit Universitäten in 38 Ländern, mehr als 330 Studentenaustauschprogramme und 20 Alexander-von-Humboldt-Stipendiaten pro Jahr spiegeln die grenzüberschreitenden Aktivitäten wider.

Hinzu kommen zahlreiche Doppeldiplom-Programme mit Hochschulen in Frankreich, Südkorea, China, Polen, Chile, Russland und Großbritannien sowie TU-Absolventenvereine in der ganzen Welt. Unsere Projekte gehen dabei weit über den Austausch von Studierenden und Wissenschaftlern hinaus. Seit Anfang der neunziger Jahre gewinnt der „Export“ von Bildung immer mehr an Bedeutung, auch bei uns. Ein aktuelles Beispiel dafür ist unser Engagement in Ägypten. Vor wenigen Wochen konnten wir in El Gouna den ersten Spatenstich für einen neuen Campus feiern. Dort errichten wir eine wissenschaftliche Außenstelle der TU Berlin und werden Masterprogramme anbieten. Gemeinsam mit der Sawiris-Foundation, die durch einen ägyptischen TU-Alumnus gegründet wurde und unter anderem Stipendien für Nachwuchswissenschaftler bereitstellt, wollen wir die Kooperation noch weiter intensivieren – beispielsweise bei Ausgründungen, Promotionsprogrammen und dem Technologietransfer.

Letzteres spielt auch bei einem anderen Projekt eine wichtige Rolle. So haben sich vor wenigen Monaten Präsidenten und Rektoren von zehn Technischen Universitäten in zentral- und osteuropäischen Metropolen wie Prag, Wien, St. Petersburg und Budapest zusammengefunden, um ihre Hochschulen besser zu vernetzen. Unter meiner Leitung wird sich eine Task Force dem Thema „Innovation und Technologietransfer“ annehmen. Eine ähnliche inhaltliche Ausrichtung hat der Verbund von Universitäten in der Oder-Region, der sich momentan konstituiert und zu dem die Technischen Universitäten dieser Region gehören. Das Ziel ist es, die Potenziale von Wissenschaft und Forschung für die wirtschaftliche Entwicklung des Großraumes an der Oder zu nutzen.

Um das voranzutreiben, ist für Juni 2010 ein Gipfeltreffen der Landespolitiker geplant, das unter dem Leitthema „Wissenschaft, Forschung, Innovation“ steht. Die TU Berlin geht zurzeit auf die universitären Partner in Polen zu, um dieses Treffen vorzubereiten. Damit tragen wir langfristig auch zur wirtschaftlichen Weiterentwicklung und Vernetzung unseres Nachbarlandes bei.

Der Autor ist Präsident der TU Berlin.

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