Zeitung Heute : Über die grüne Grenze

Schöner Sichtschutz und Mini-Biotop zugleich: Hecken sollte man im Herbst pflanzen, solange der Boden noch nicht gefroren ist

Der eigene Garten ist als „Naherholungsgebiet“ direkt vor der Haustür beliebt bei Jung und Alt. Doch wie im Haus sollte auch im Grünen die Privatsphäre vor neugierigen Blicken geschützt werden. Eine natürliche, saftig grüne Hecke verhindert unerwünschte Beobachter und bietet noch dazu vielen Tierarten einen Lebensraum. Herkömmliche Heckenpflanzen brauchen allerdings ihre Zeit, bis sie eingewachsen und stattlich genug sind. Jetzt im Herbst, solange der Boden noch nicht gefroren ist, ist die beste Zeit, sie einzupflanzen. Es gibt sie in immergrünem Efeu, wintergrünem Feuerdorn oder Liguster und laubabwerfend als Rot- oder Hainbuche.

Da Hecken lange Zeit am selben Standort stehen, sollte man den Boden vor dem Pflanzen gründlich vorbereiten. Wichtig ist, dass im Untergrund keine Bodenverdichtungen vorhanden sind. Vor allem bei schweren Böden mit hohem Anteil an Lehm oder Ton kommt es dann zu Staunässe, die Wurzelschäden verursacht. In solchen Fällen ist eine tiefe Bodenbearbeitung – wie zum Beispiel Holländern oder Rigolen – nötig, um die Verdichtung zu beseitigen.

Die fertig bearbeiteten Pflanzflächen werden mit einer Harke geglättet. Bei der Lockerung des Bodens sollte auch gleich eine Verbesserung erfolgen. Dazu eignen sich Komposterde, Lauberde sowie handelsübliche Humusdünger. Auch eine wohldosierte Zugabe von Mineraldünger ist günstig. Ist der Boden recht leicht, also sehr sandhaltig, empfiehlt sich ein Zusatz von Lehm. Die Struktur sehr schwerer Böden verbessert man durch die Zugabe von Sand oder Kies.

Geschnittene und frei wachsende Hecken haben unterschiedliche Ansprüche. Während erstere einen höheren Bedarf an Nährstoffen haben, kommen letztere in der Regel mit weniger aus. Dennoch: Eine standortspezifische Auswahl von Gehölzen ist besonders auf extremen Böden sinnvoll. Das gilt vor allem für sandige und trockene Böden, kalte und nasse Tonböden oder sehr kalkreiche Untergründe.

Damit die Pflanzen ausreichend Platz haben, empfiehlt es sich, einen Graben von 40 bis 50 Zentimeter Breite und gleicher Tiefe auszuheben und den Mutterboden gut mit verrottetem Kompost zu mischen. Als Richtwert gilt: Die Breite des Grabens sollte dem 1,5-fachen Durchmesser des Wurzelwerkes entsprechen. Der ausgehobene Boden wird mit verrottetem Kompost und notfalls mit Bodenverbesserungsmitteln gemischt. Dann füllt man einen Teil des Substrates in den Graben. Anschließend wird gepflanzt und der Rest des Substrates ergänzt. Die Wurzeln müssen dabei ausreichend Platz haben und die Pflanzen so tief in den Boden kommen, wie sie vorher in der Baumschule gestanden haben. Das erkennt man leicht an der Verfärbung der Rinde in den oberen Teilen.

Vor dem Pflanzen schneidet man wurzelnackte Pflanzen kräftig zurück, damit sie besser anwachsen. Eine Ausnahme bilden Ballenpflanzen mit festem Wurzelballen oder in Containern gelieferte Pflanzen. Sie werden ohne Rückschnitt gepflanzt. Bei allen anderen Laubgehölzen ist ein Rückschnitt der Zweige, aber auch der Wurzeln wichtig. Beschädigte und sperrige Wurzeln sind zu entfernen. Feine Faserwurzeln muss man dagegen schonen.

Für ein sicheres Anwachsen ist der Rückschnitt der Zweige besonders wichtig. Unterbleibt er oder erfolgt er zu zaghaft, leiden die anfangs noch recht gut entwickelten Gehölze schnell unter Kümmerwuchs. Deshalb ist es notwendig, alle Triebe um wenigstens ein Drittel ihrer Länge zu kürzen. Bei Pflanzen mit wenig Wurzeln sollten die Triebe sogar um bis zu zwei Drittel eingekürzt werden. Der Schnitt erfolgt immer dicht über einem nach außen stehenden Auge. Pflanzt man im Herbst, kann der Rückschnitt der Zweige auch erst im Frühjahr erfolgen; dann aber unbedingt sehr zeitig, bevor der Austrieb beginnt. Als Werkzeug verwendet man eine scharfe Gartenschere oder ein Baumschulmesser, denn der Schnitt muss glatt und ohne Quetschen der Triebe erfolgen.

Nach dem Pflanzen wird angedrückt und reichlich gewässert. In der Regel pflanzt man einreihig, wer aber schnell eine dichte Hecke möchte, kann auch zweireihig oder versetzt pflanzen. Ausschlaggebend für den Pflanzabstand ist die Größe und Verzweigung einzelner Heckenpflanzen. Als Richtwert gelten drei bis fünf Pflanzen je Meter. Bei zu geringem Pflanzabstand schließt sich eine Hecke zwar sehr schnell, es besteht aber die Gefahr, dass sie später wegen Lichtmangels nach innen kahl wird.

Nachdem die Hecke gepflanzt ist, empfiehlt sich das Bedecken der Bodenoberfläche mit einer Mulchschicht aus Rindenhumus, Torf oder Stroh. Dadurch wird auflaufendes Unkraut unterdrückt und gleichzeitig die Bodenfeuchtigkeit besser erhalten. Außerdem ist in den ersten Jahren nach der Pflanzung regelmäßiges Wässern wichtig, wenn die Niederschläge längere Zeit ausbleiben. Als Richtwert gelten 20 bis 30 Liter pro laufendem Meter. Später ist das Wässern der Hecke in der Regel nicht mehr nötig, da die Wurzeln tiefere Bodenschichten erreicht haben.

Düngergaben sind abhängig von der Gehölzart und dem Entwicklungsstadium der Hecke. Damit sie sich in den ersten Jahren nach dem Pflanzen gut entwickelt, wird als Richtwert eine einmalige Gabe von Volldünger im Frühjahr empfohlen. Auch wenn die Wuchsleistung älterer Hecken nachlässt, empfiehlt sich eine Volldüngergabe. Sinnvoll sind Dünger mit einem Nährstoffverhältnis von Stickstoff (N), Phosphor (P) und Kali (K) von 1:1:2. Verwendet man organischen Volldünger, werden 100 Gramm auf den laufenden Meter empfohlen. Der Boden darf zum Zeitpunkt der Düngergabe nicht trocken sein, da es dann zu Wurzelschäden kommen kann.

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