Zeitung Heute : Überfall war nur vorgetäuscht

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Neuruppin. Die Ermittlungen zu einem angeblichen Übergriff auf eine Malaysierin in Schildow (Kreis Oberhavel) vor rund einem Jahr sind jetzt eingestellt worden. Es habe keine Anhaltspunkte gegeben, um den Fall weiter zu verfolgen, sagte Lolita Lodenkämper von der Neuruppiner Staatsanwaltschaft gestern. Die Malaysierin – Ehefrau eines deutschen Mitarbeiters im Auswärtigen Amt – hatte ausgesagt, Unbekannte hätten sie im Januar 2001 verschleppt und in einen Container oder Bauwagen gebracht. Dort sei sie geschlagen und betäubt worden. Wenig später entdeckte die Schwiegermutter das Opfer an den Beinen gefesselt auf dem heimischen Grundstück.

Der Fall hatte bundesweit Aufsehen erregt, da zeitweise eine 50-köpfige Sonderkommission eingesetzt war. Auch Außenminister Fischer hatte sich darüber berichten lassen. Bald kamen den ermittelnden Staatsanwälten jedoch erhebliche Zweifel an der Darstellung der Malaysierin. Nach ihrer Ansicht manipulierte die damals 33-Jährige höchstwahrscheinlich Beweismittel. Das habe ein genetisches Gutachten ergeben.

Der Ehemann hatte nach Auskunft der Ermittler am 4. April vergangenen Jahres der Polizei einen Kalender ü bergeben, den seine Frau in der Schultasche ihrer Tochter gefunden habe. Darin fanden sich zahlreiche Hakenkreuze und größere Blutspuren, die laut Landeskriminalamt mit „an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit“ von der angeblich Geschädigten selbst stammen.

Der Frau, die sich derzeit im Ausland aufhält, droht bei ihrer Rückkehr nach Deutschland ein Ermittlungsverfahren. dpa

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