Zeitung Heute : Ukraine – Tunesien 1 : 0

Olympiastadion Berlin, 23. Juni 2006, 72 000 Zuschauer

Philipp Köster

Es gibt viele Möglichkeiten, um sich während eines langweiligen Fußballspiels die Zeit zu vertreiben. Man kann Bier holen, die Welle machen, im Programmheft blättern, das Gespräch mit den Nachbarn suchen, den RFID-Chip aus der Eintrittskarte fingern oder auf Toilette gehen. Man kann bei guten Freunden anrufen und ins Handy brüllen „Du errätst nie, wo ich gerade bin“. Man kann ein Nickerchen machen, die ukrainische Aufstellung auswendig lernen, die leeren Sitze auf der VIP-Tribüne kurz nach der Halbzeit zählen, noch mal die Welle machen, noch mal Bier holen, auf dem Schalensitz hin und her rutschen, auf die Uhr gucken, nach Goleo Ausschau halten, den Rest des Turniers durchtippen, das Rauchverbot brechen, die Verstrebungen in der Dachkonstruktion zählen, Ausschau nach dem Beckenbauer-Helikopter halten, mit dem Opernglas Prominente erspähen, John 3:16 suchen. Oder man kann pfeifen, was die Lunge hergibt. Beim schlechtesten Kick der WM die beste Entscheidung . Geholfen hat es allerdings nicht.

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