Zeitung Heute : Umbau des Kirch-Konzerns wirft Schatten voraus - systematischer Austausch des Führungspersonals

Matthias Hochstätter

Weggekogelt? Die Top-Personalien häufen sich. Die Pro 7 Media AG wechselt systematisch ihr Führungspersonal aus. Diesmal ist Programm-Direktor Borris Brandt dran. Am 15. Dezember muss er seine Koffer packen. Offizieller Grund: "Unterschiedliche Auffassungen über die programmliche Weiterentwicklung des Senders". Brandt hat die Probleme mit "taff" und "Galileo" und die "Mallorca"-Pleite zu verantworten. Um das Pro 7-Programm sorgt sich in Zukunft Vorstandsmitglied Ludwig Bauer.

Brandt verlässt den Sender noch früher als sein Boss. Vorstandschef Georg Kofler darf am 24. Januar noch N24 auf den Weg bringen und räumt dann seinen Schreibtisch für den Schweizer Urs Rohner. Der Spezialist für Rechtehandel kommt aus dem Umfeld Leo Kirchs, und der gliedert den Sender von Sohn Thomas im neuen Jahr in seine Kirch Media KG ein. Klar, dass es bei den Umbauarbeiten auch neue Leute braucht. Koflers Abgang hatte den Stein ins Rollen gebracht: Vorstandsmitglied Michael Wölfle ging bereits am 1. November. Der Geschäftsführer des Pro 7-Vermarkters MGM war ein alter Kofler-Mann. Nachfolger Peter Christmann kam von Publitalia, der Vermarktungsfirma von Kirch-Freund Berlusconi.

Jetzt ist bei Pro 7 der Posten des Programmchefs überflüssig geworden. Das war abzusehen, denn Rohner wird verstärkt Lizenzprogramme und Koproduktionen der Kirch-Gruppe ins Programm nehmen wollen. Die Kooperation zwischen Sat 1 und Pro 7 könnte zu einer zentralen Programm-Planung und einem gemeinsamen -Einkauf führen. In der Branche kursieren bereits Informationen, dass Sat 1-Geschäftsführer Fred Kogel für die Position des Ober-Programm-Chefs aller Kirch-Sender im Gespräch sei.

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