Zeitung Heute : Umdenken nach Plan: KMU-Coaching-Projekt

Gisela Hagemann

3500 Arbeitsplätze gesichert und 100 neue Mitarbeiter eingestellt. Das ist das Resultat des CITUB Projektes (Coaching für innovative technologieorientierte Unternehmen im Land Brandenburg), das bis Ende 2000 aus Mitteln des europäischen Sozialfonds durch das Arbeitsministerium Brandenburg finanziert wird. Ziel: die Management-Kompetenz in kleinen und mittleren Unternehmen zu stärken. CITUB baut auf der Erkenntnis auf, dass Fördermittel alleine Gründern noch keine Überlebensfähigkeit garantieren. Langfristigen Erfolg verlangt Management-Kompetenz.

Das Coaching im Bereich Unternehmens- und Organisationsentwicklung soll die betrieblichen Abläufe optimieren und die Wirtschaftlichkeit erhöhen. Als besonders wichtig werden dabei angesehen: die Einführung und Verbesserung von Liquiditätsplanung und -sicherung (Controlling). Der Marktbeobachtung folgt eine Strategie zur Markterschließung von neuen Produkten, Marketing und Vertrieb. Die Mitarbeiterqualifizierung fördert ein Umdenken von der Produkt- zur Kundenorientierung.

Obwohl der Eigenbeitrag der Unternehmen von zehn auf 25 Prozent erhöht wurde, übersteigt die Nachfrage das Angebot. "Wir werden mit einer Warteliste in das Jahr 2001 gehen", sagt Klaus Schulze, Geschäftsführer der T.I.N.A (Technologie- und Innovationsagentur Brandenburg).

Die erste Förderperiode wurde wissenschaftlich begleitet von einem Team der Fachhochschulen Brandenburg und Senftenberg. Im Endbericht heißt es: "CITUB wird dem Bereich vorausschauende Arbeitsmarktpolitik zugerechnet, bei dem durch Qualifizierung die Wettbewerbsposition des Unternehmens verbessert werden soll". Das Gutachten "Zur technologischen Leistungsfähigkeit Deutschlands" stellte schon im Jahr 1998 fest, dass "organisatorische Probleme" an dritter Stelle der Innovationshemmnisse stehen - gleich nach "hohem wirtschaftlichen Risiko" und "Mangel an Finanzquellen".

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