Zeitung Heute : Umsatzrückgang: Einzelhandel baut weiter Stellen ab

Der Tagesspiegel

Der Berliner Einzelhandel befürchtet nach einem negativen Jahr 2001 einen weiteren Umsatzrückgang und Stellenabbau. Die ersten zwei Monate dieses Jahren deuteten keine Besserung an, sagte der Hauptgeschäftsführer des Gesamtverbandes des Einzelhandels Land Berlin, Nils Busch-Petersen, am Freitag. Sollte es im März keinen Nachfrageschub geben, müsse mit einem höheren Stellenabbau als im Vorjahr gerechnet werden. „Der Berliner Einzelhandel zieht das zehnte Jahr in Folge eine negative Bilanz“, sagte der Hauptgeschäftsführer bei der Vorlage der Zahlen für 2001.

Im Vorjahr verbuchte der Handel einen realen Umsatzrückgang von 0,9 Prozent auf 14,1 Milliarden Euro. Besonders betroffen sei der Handel mit Möbeln und Einrichtungsgegenständen mit minus 6,8 Prozent. Wegen der unzureichenden Ertragslage sei die Zahl der Mitarbeiter im Vorjahr um 2000 auf 68 700 verringert worden. Als Grund für die geringe Nachfrage wird die Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage Berlins, die hohe Arbeitslosigkeit und ein durchschnittliches Monatseinkommen unter dem Niveau anderer großer Städte genannt.

Die Wirtschaftskrise in der Türkei hat sich laut Verband auch negativ auf den Umsatz ausgewirkt. Vielfach hätten Verwandte in der Türkei stärker finanziell unterstützt werden müssen. Zudem sind nach den Anschlägen vom 11. September weniger US-Touristen gekommen. Problem sei auch der Überhang an Verkaufsfläche. Von 5,6 Millionen Quadratmetern Einzelhandelsfläche sind nach Auffassung des Verbandes 500 000 Quadratmeter überflüssig. dpa

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