Zeitung Heute : UN begrüßen Papst-Aussage zu Kondomen

Berlin - Das UN-Aidsprogramm hat die päpstliche Billigung von Kondomen in Ausnahmefällen als „entscheidenden und positiven Schritt nach vorn“ begrüßt. Papst Benedikt XVI. erkenne an, dass ein verantwortungsvolles Sexualverhalten und der Gebrauch von Kondomen eine wichtige Rolle bei der Vorbeugung von HIV spielen. Nikolaus Schneider, der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), sagte: „Wenn es eine Öffnung ist zum Kondomgebrauch, kann ich das nur begrüßen.“ Auch die Deutsche Aids-Hilfe begrüßte die Worte des Papstes zum Gebrauch von Kondomen. „Die Äußerungen sind ein wichtiger Schritt im Kampf gegen HIV und Aids“, sagte Vorstandsmitglied Tino Henn. „Wir hoffen, dass dies erst der Anfang ist hin zu einer zeitgemäßen Haltung für eine selbstbestimmte Sexualität.“ Leider habe der Papst das Kondomverbot nicht generell aufgehoben.

Benedikt hat in „begründeten Einzelfällen“ die Benutzung von Kondomen durch bekennende Katholiken erlaubt. Wenn es darum gehe, die Ansteckungsgefahr zu verringern, könne der Gebrauch von Kondomen „ein erster Schritt sein auf dem Weg hin zu einer anders gelebten, menschlicheren Sexualität“, sagt er in dem Interviewbuch „Licht der Welt“, das am Mittwoch erscheint. Ein begründeter Einzelfall liegt für Benedikt vor, „etwa wenn ein Prostituierter ein Kondom verwendet, wo dies ein erster Schritt zu einer Moralisierung sein kann, ein erstes Stück Verantwortung, um wieder ein Bewusstsein dafür zu entwickeln, dass nicht alles gestattet ist und man nicht alles tun kann, was man will“. Grundsätzlich sieht Benedikt XVI. die Verwendung von Kondomen aber nach wie vor „nicht als wirkliche und moralische Lösung“ für das Aids-Problem an. clk/dapd/dpa

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