Zeitung Heute : …UND DIE BRATWURST DAZU

Norbert Thomma

Dies ist kein Essen für Menschen, die Messer und Gabel gern mit dem abgespreizten kleinen Finger handhaben. Es ist deftig. Und es bleibt auch deftig, wenn Carmen Krügers Art der Zubereitung dem Grünkohl jene Penetranz nimmt, die sonst schon mal an Tierfutter erinnert. Also kann sich die Abgespreizte-Finger-Fraktion gleich mal abschminken, sie könnte auf den Teller ein Du-Darfst-Putenwürstchen legen. Das pustet der Grünkohl lächelnd vom Tisch. Der groben Bratwurst der Neuland-Fleischerei Hoffmann passiert das nicht (Marheinekehalle in Kreuzberg, Tel. 6918287). Sie ist grob, aber nicht grobschlächtig, kräftig im Geschmack, aber nicht verwürzt (10,20 Euro das Kilo). Und sie ist dem Grünkohl ein wackerer Kontrahent: Wer als Wurst vor scharfem Senf keinen Schrecken bekommt, schafft auch jedes Gemüse. Die lange, dünne und mit Knoblauch angereicherte Wurst nennt der Fleischer „Weltmeister“ (Euro 15,30 das Kilo). Zum Grünkohl passt die klassische trotzdem besser. Und anschließend kippen wir ein paar Schnäpse. Mit abgespreiztem Finger. Norbert Thomma

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