Zeitung Heute : „Unglaublich“

Möllemanns Erklärungen

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Jürgen W. Möllemann, zurückgetretener FDPBundesvize und Noch-Landeschef in NRW, äußert sich derzeit wegen seines angeschlagenen Gesundheitszustandes nicht öffentlich. Stattdessen schreibt er Briefe oder lässt von seinem Sprecher Erklärungen übermitteln. Noch am Donnerstag hatte Möllemann in einem Brief an die Mitglieder des FDP-Präsidiums geschrieben, sich „in den nächsten Wochen“ nicht mit seinen politischen Aufgaben beschäftigen zu wollen. Er wolle dagegen dem Rat seiner Ärzte und dem Drängen seiner Familie folgen, sich „in nächster Zeit anderen Dingen zu widmen“. Das Schreiben endet mit den Worten: „Dass so etwas nach 30 Jahren politischer und parlamentarischer Arbeit geschieht – dafür hoffe ich auf ihr Verständnis. Und auf das der Menschen im Lande.“

Am Freitag ließ Möllemann über seinen Sprecher dann folgende Erklärung verbreiten: „Jürgen W. Möllemann wird sich zu den wirklich unglaublichen Erklärungen des Bundesschatzmeisters der FDP Günter Rexrodt in der Pressekonferenz vom 18.10. 2002 nach seiner Genesung, die ärztlicherseits für frühestens Ende November erwartet wird, äußern. Dann allerdings in der gebotenen Klarheit, um alle in Sachen Parteienfinanzierung möglicherweise offenen Fragen zu beantworten.“

„Es ist nicht ersichtlich, welcher Rechtsverstoß Herrn Möllemann durch Herrn Rexrodt gegenwärtig vorgeworfen wird, zumal ein Rechnungsabschluss oder ein Rechenschaftsbericht der FDP für das laufende Jahr 2002 bisher weder erstellt noch abgegeben wurde. Bis zur Stunde hat sich der Bundesschatzmeister der FDP – vielleicht wegen des auch ihm bekannten Gesundheitszustandes von Herrn Möllemann – nicht mit ihm in Verbindung gesetzt. Er hat hierzu auch keinen Versuch unternommen. Das Gleiche gilt für Herrn Prof. Pinkwart (der Kandidat für eine mögliche Nachfolge als Landeschef der NRW, d. Red.).“

„Die heutigen öffentlichen Erklärungen des Bundesschatzmeisters Günter Rexrodt, mit denen Spender für die FDP bereits in Generalverdacht gestellt werden, sind wenig geeignet, die Sachverhaltsaufklärung zu fördern. Auch dem Bundesschatzmeister der FDP dürfte klar sein, oder es wird ihm klar werden, dass nicht alles erlaubt ist, was dem Ziel dienen soll, dem Ansehen von Jürgen W. Möllemann – weiter – zu schaden.“Tsp

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