UNGLÜCK BEIM U-BAHN-BAU 1994 IN MÜNCHEN : Wasser war schuld

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Unglück 1994. Bus stürzt in München in U-Bahnbaustelledpa

Am 20. September 1994 in München war auch Wasser ein Problem. In der Nähe des Bahnhofs Trudering bricht der Asphalt auf und ein Linienbus, der an einer Ampel stand, stürzt in den Krater. Drei Menschen kamen damals ums Leben. Jahrelang erinnerte der 150 Quadratmeter große Krater an die Geschehnisse. Hintergrund des Unglücks war auch damals der Bau einer neuen U-Bahn-Strecke. Unter der Einbruchstelle wurde damals eine neue U-Bahn-Röhre gegraben, die zur Messestadt Riem führen sollte. An jenem 20. September riss die Tunneldecke und ein Grundwasser-Kiesgemisch strömte in die Röhre und zog alles darüber mit in die Tiefe – auch den Bus. Von Schlamperei beim U-Bahn-Bau war schnell die Rede. Doch Jahre später musste festgestellt werden: Es lag kein Planungsfehler vor. Der Riss im Erdreich über der Röhre, durch den das Wasser in den Tunnel eindringen konnte, war nicht erkennbar. Schuldige konnten nie ermittelt werden, aber es hat sich etwas verändert. In München gelten seither strengere Sicherheitsmaßnahmen beim U-Bahn-Bau. Seitdem muss ein größerer Sicherheitsabstand zur Oberfläche eingehalten werden. Wo das nicht geht, müssen die Gesteinsschichten zwischen Oberfläche und U-Bahn-Röhre durch technische Maßnahmen verfestigt werden. Außerdem soll zusätzliches Personal schnelle Straßensperrungen vornehmen können. Den Opfern damals hätte selbst das nicht mehr geholfen. Ein Bauarbeiter hatte den Busfahrer versucht zu warnen. „Fahren Sie weg!“, soll er gebrüllt haben. Doch als der Fahrer angefahren ist, war es schon zu spät. Tsp

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