Zeitung Heute : Unter dem Dach der Kirche

Das erste evangelische Gymnasium in den östlichen Bezirken soll ein musisch-sprachliches Profil erhalten

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Das Schulangebot des Bezirks Treptow Köpenick soll künftig um eine Schule reicher werden: Die Schulstiftung der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg plant die Gründung einer neuen Oberschule und wird damit Träger des ersten kirchlichen Gymnasiums in den östlichen Bezirken Berlins. Eltern und Gemeindemitglieder haben sich in einem Förderverein zusammengeschlossen, um die Schulgründung voranzutreiben. „Nach den Vorstellungen des Fördervereins soll das Gymnasium bereits zum Schuljahresbeginn 2004 / 2005 mit der fünften und siebten Klasse beginnen“, sagt der Vorsitzende Detlef Postel. Angemeldet wurden bisher insgesamt 47 Schüler.

Vorgesehen ist für das Evangelische Gymnasium Köpenick ein musisch-sprachliches Profil. Geplant sind Chor und Orchester sowie eine Arbeitsgemeinschaft darstellendes Spiel. Nach dem vorläufigen Schulkonzept soll Englisch die erste Fremdsprache, die zweite wahlweise Französisch oder Spanisch sein. Lateininteressierte könnten dann in einer Arbeitsgemeinschaft auf ihre Kosten kommen.

Beraten wird die Elterninitiative von der Schulstiftung der Evangelischen Kirche, die als Träger von Grundschulen und zwei Gymnasien eine langjährige Erfahrung in der Schulorganisation besitzt. „Das Schulprogramm des neuen Evangelischen Gymnasiums ist noch unvollständig, ein fundiertes Konzept braucht Zeit“, sagt Manfred Hermann, der Vorsitzende der Evangelischen Schulstiftung. Er befürwortet die Schulgründung in Köpenick, hält aber einen Beginn im August 2005 für sinnvoller.

Interessiert sind Förderverein und Schulträger an dem Gebäude des NellySachs-Gymnasiums. Grund für eine mögliche Nutzungsmöglichkeit des Nelly-SachsSchulgebäudes ist der Schulentwicklungsplan des Bezirks. Vor dem Hintergrund rückläufiger Schülerzahlen hat das Bezirksamt Treptow-Köpenick die Zusammenlegung der Gymnasien Nelly-Sachs und Linus-Pauling beschlossen.

Die Fusion der beiden Gymnasien findet jedoch frühestens zum Schuljahr 2006 / 2007 statt, sagt Bildungsstadträtin Eva Mendl. Eine Übergangslösung für das Evangelische Gymnasium bietet ein Schulgebäude im Wendenschloss, dessen Räumlichkeiten nur teilweise von der Montessori Schule und dem Nelly-Sachs-Gymnasium genutzt werden. Derzeit laufen die Vertragsverhandlungen zwischen Träger und Bezirksamt. „Es muss sichergestellt werden, dass der Schulbetrieb nach der Übergangsphase in einem anderen Gebäude fortgesetzt werden kann“, sagt der Vorsitzende der Evangelischen Schulstiftung. Die Bildungsstadträtin sieht die Gründung des neuen Gymnasiums als Bereicherung des Bildungsangebots. „Privatschulen haben außerdem ein größeres Einzugsgebiet, dadurch wird auch der Bezirk für viele Schüler attraktiver“, sagt Eva Mendl.

Die zukünftigen Schüler müssen nicht evangelisch getauft sein, die Teilnahme am Religionsunterricht ist jedoch Pflicht. Der Besuch der Privatschule kostet monatlich 45 bis 124 Euro. Die Beitragshöhe ist einkommensabhängig, eine Befreiung vom Schulgeld ist möglich. Kat

Informationen: Förderverein Evangelisches Gymnasium Köpenick, Tel.: 65 94 03 20. Im Internet: www.egk-berlin.de

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