Unter  HEIMWERKERN : „Jetzt als Rentner habe ich Zeit“

Protokoll: Anke Myrrhe
Foto: Anke Myrrhe
Foto: Anke Myrrhe

KONRAD SCHRÖDER, 65

kauft

6 Clip-Sockelleisten à 1,50 Meter

für insgesamt 13 Euro

Eigentlich wollten meine Frau und ich nur ein neues Bett kaufen. Aber wenn man dann erst einmal mit einer Sache anfängt, kommt eins zum anderen. Als wir uns das Bett im alten Schlafzimmer vorgestellt haben, dachten wir: Das passt doch alles nicht zusammen. Nach zehn Jahren in unserer Mietwohnung in Wilmersdorf wollten wir es mal wieder etwas schicker haben, es uns richtig schön machen. Und da ich nun Rentner bin, habe ich auch wieder mehr Zeit, Dinge selbst anzugehen.

Gestern habe ich angefangen: Zuerst das Schlafzimmer ausgeräumt und die Möbel auf die anderen Zimmer verteilt. Dann die alten Tapeten von der Wand heruntergerissen und gleich neu tapeziert. Heute Morgen habe ich die Decke gestrichen.

Während die gerade trocknet, kaufe ich jetzt schnell die neuen Fußbodenleisten. Die Plastikleisten, die vorher an der Wand waren, konnte ich nur noch wegschmeißen. Die waren mit selbstklebender Folie an der alten Tapete befestigt. Wenn man die einmal abgenommen hat, kann man es vergessen, da bleibt die Hälfte an der Wand hängen. Diese neuen Leisten sind super, weil man die einfach und sauber mit Clips an der Wand befestigen kann. Das ist wirklich ganz leicht, das schafft jeder.

Als ich noch gearbeitet habe, war ich Bauleiter im Öffentlichen Dienst. Da hatte ich durchaus auch mit handwerklichen Dingen zu tun. Vor allem habe ich aber schon immer gerne Dinge selbst gebaut. Im Lauf meines Lebens habe ich mir da so einiges angeeignet. Wenn man ein bisschen Interesse hat und immer die Augen offen hält, kann man vieles selbst machen – und dabei auch noch Geld sparen. Es macht großen Spaß, und hinterher weiß man die Dinge mehr zu schätzen. Eine Heizkörperverkleidung habe ich zum Beispiel schon gebaut und einige Möbel.

Am liebsten arbeite ich allein, da komme ich in einen richtigen Trancezustand. Wenn meine Frau von der Arbeit kommt, fasst sie auch ein wenig mit an. Eigentlich steht sie mir aber meistens nur im Weg.

Bis zum Wochenende will ich noch die Wände streichen, den neuen Teppich verlegen und natürlich die neuen Möbel aufbauen. Das braucht ja auch noch mal seine Zeit. Aber bis zum Wochenende möchte ich endlich fertig sein. Meine Frau und ich sind ja momentan gerade ausquartiert und schlafen im Wohnzimmer. Das kann schließlich kein Dauerzustand sein. Protokoll: Anke Myrrhe

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