Unter  HEIMWERKERN : „Modellflugzeuge faszinieren mich“

Protokoll: Kaspar Heinrich
Foto: Kaspar Heinrich
Foto: Kaspar Heinrich

RALF MÜLLER, 61

kauft

6 Rechteckleisten aus Kiefernholz

4 Viertelstäbe

Rollglas
(100 x 65 Zentimeter)

für insgesamt 18,08 Euro

Ich will eine Kiste zum Verstauen eines Modellflugzeugs bauen. Damit ich es transportieren kann, ohne dass es kaputtgeht. Der Deckel des Kastens soll durchsichtig und zum Schieben sein. Dafür ist das Rollglas da, das ist so ähnlich wie Plexiglas. Zu Hause schneide ich es noch mit einer Diamanttrennscheibe richtig zu.

Die Rechteckleisten und Viertelstäbe bilden die Kanten. Ich habe zu Hause eine olle Schrankrückwand aus Sperrholz, aus der baue ich den Boden und die Wände des Kastens, der wird so etwa 65 mal 50 Zentimeter groß. Nägel habe ich noch tonnenweise zu Hause.

Ich bin Modellbastler und sammle seit über 40 Jahren Flugzeuge. Das Faible hatte ich schon als Kind, ich fand immer, dass das faszinierende Geräte sind. Früher hatte ich Wurfgleiter oder Gummimotorflugzeuge, damit fängt man an. Als Werkstudent konnte ich mir dann meine erste Fernsteuerung leisten, die habe ich sogar immer noch. Die Flieger von damals haben aber nicht überlebt, das waren nur Holzflugzeuge mit Bespannung. Ein Crash – und die Dinger sind hinüber.

Das Flugzeug, das in die Kiste kommt, ist ein ganz kleines Modellchen, Spannweite 65 Zentimeter, vom Typ Piper Cub. Das soll ein Modell mit Schwimmern werden, das im Wasser landen kann. Damit gehe ich dann an den Schlachtensee. Die Idee ist mir an einem heißen Tag gekommen: „Gehst du jetzt schwimmen oder fliegen?“, habe ich mich gefragt. Aber warum eigentlich nicht beides?

Das Modell schenke ich mir selbst zu Weihnachten, im Sommer wird es dann geflogen. Früher hatten die Flieger noch einen Verbrenner, mit so einem unangenehm sägenden Ton. Die Elektroantriebe heute säuseln nur leise, da fühlt sich keiner gestört, und alle gucken gerne zu. Kinder fragen manchmal: „Darf ich auch mal fliegen?“ Aber das geht natürlich nicht.

Viele Modelle sind schon kaputtgegangen – aber ich werde besser. Es gibt technisches Versagen und Pilotenfehler. Pilotenfehler sind leider häufiger. Man riskiert irgendwann doch zu viel.

So um die 20 Flieger habe ich, die größeren hängen zu Hause unter der Decke. Ich sammele alle Typen, alles was Tragflächen und Flügel hat. Mein größtes Modell hat eine Spannweite von 2,95 Metern. Das steht allerdings im Hangar am Flugplatz von Saarmund, da bin ich Mitglied im Natur- und Luftsportverein. Es ist noch nicht fertig, wahrscheinlich werde ich erst richtig vorwärtskommen, wenn ich in Rente gehe. Protokoll: Kaspar Heinrich

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