Unter  HEIMWERKERN : „So kommt das Wasser ins Pferd“

Protokoll: Jens Mühling
Foto: müh
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HANS PETER, 66

kauft

2 Spiralschläuche

1 Doppelnippel

1 Zwischenventil

für insgesamt 79,21 Euro

Wie, Sie wissen nicht, was ein Doppelnippel ist? Kann ich Ihnen erklären, aber da muss ich ein bisschen ausholen. Also: Seit 50 Jahren hänge ich an Pferden. Jahrzehntelang bin ich zwischen verschiedenen Reithöfen gependelt, aber Brandenburg ist, milde ausgedrückt, kein Pferdeparadies, da wird Reitern viel Stümperei angeboten, die Leute nutzen es aus, dass es nicht viel Konkurrenz gibt und ... Wie? Der Doppelnippel? Moment, kommt gleich.

Irgendwann hatte ich es also satt und habe mir meine eigene Koppel aufgebaut. In der Nähe von Drewitz liegt die, vier Hektar, sechs Pferde, herrlich. Aber viel Arbeit natürlich. Schon alleine die Suche nach dem Grundstück! Da bekommt man von den Gemeinden Flächen angeboten, und dann heißt es, dass man da nicht mal einen Brunnen graben darf – wie soll das gehen, eine Pferdekoppel ohne Brunnen? Keine Sorge, wir sind jetzt nicht mehr weit vom Doppelnippel entfernt.

Als ich endlich das passende Grundstück gefunden hatte, habe ich also einen Brunnen angelegt. Das ist leichter, als man denkt – es handelt sich um einen sogenannten Schlagbrunnen, das ist im Grunde nur ein Rohr mit einem Spieß untendran. Man braucht einen freien Nachmittag, einen schweren Hammer und ein bisschen kraftgeladenes Jungvolk, zum Hammerschwingen. Alleine wäre man da überfordert. Wobei ich ansonsten fast alles selbst mache, schon immer. Mein Opa hat an Autos geschraubt, da habe ich schon als Kind das eine oder andere gelernt, meinen ersten Motor habe ich mit 15 zusammengesetzt. Später kam dann das Maschinenbaustudium, da nimmt man auch einiges mit. Ich hab’s vor allem mit Metall, da kenne ich mich aus, damit bekomme ich alles hin. Mit Holz tue ich mich sehr viel schwerer. Ich glaube, das geht jedem Heimwerker so, man hat einfach sein Lieblingsmaterial. Wie? Ach so, der Doppelnippel ist aus Messing.

Der Brunnen also. Der ist natürlich für die Pferde. Aber die trinken ja nicht direkt aus der Pumpe, die haben ihre Tränke. Wie kommt aber jetzt das Wasser vom Brunnen ins Pferd? Es wird durch diese beiden Spiralschläuche in die Tränke gepumpt, und dann können die Pferde loslegen, was auch dringend nötig ist jetzt bei der Sommerhitze, die armen Tiere müssen ja schließlich ihren Durst stillen können und... Richtig, der Doppelnippel! Das ist ein kurzes Messingrohr mit Außengewinde an beiden Seiten. Es verbindet Schlauch und Pumpe. Ganz einfach. Protokoll: Jens Mühling

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