Zeitung Heute : Unternehmensgründungen: Networking statt "cold calls"

Sven Ripsas

Der Weg zur Finanzierung von Unternehmensgründungen führt immer häufiger über Venture Capital-Geber. Die Investoren, die sich am Unternehmen beteiligen und - anders als Banken - keine Sicherheiten verlangen, fordern allerdings höchsten Einsatz und innovative Geschäftskonzepte.

Netzwerke und persönliche Kontakte werden zunehmend wichtiger. Gründer, die auf der Suche nach Investoren über die Empfehlung von anderen Gründern und anerkannten Vermittlern an Venture Capital-Geber herantreten, werden häufiger finanziert als diejenigen, die sich mit einem undifferenzierten Rundschreiben unaufgefordert an die Investoren wenden.

So verweist Andreas Knott von der Pari Capital AG zwar darauf, dass natürlich auch "cold calls" eine Chance haben, die Qualität der Pläne, die über Netzwerkkontakte kommen, sei jedoch meist deutlich besser.

Knut Scholz etwa, Absolvent der FHTW in Karlshorst, fand über ein Praktikum im ExistenzGründer-Institut Berlin Kontakt zu allmaxx.de. Er half der Einkaufsgemeinschaft für Studenten, den Business Plan auf die Bedürfnisse von VC-Gebern zuzuschneiden und eine Finanzierung durch die Technologieholding zu erhalten. Nach dem Zusammengehen mit Merconic, einem Start-Up, das Einkaufsplattformen für Unternehmen im Internet realisiert, wurde Scholz Vorstandsmitglied der Merconic AG, rund zwölf Monate nach Abschluss seines Studiums.

Über die Welt des Venture Capital informiert der Venture Capital Kongress Berlin 2000, der am 5. Dezember im Estrel Convention Center stattfindet. In elf Fachforen und einer Messe mit 40 Ausstellern besteht die Möglichkeit, alle Fragen beantwortet zu bekommen. Vertreten sind alle namhaften Investoren sowie die Landesbank und die Investitionsbank Berlin. Anmeldungen sind nur schriftlich möglich. Kapitalsuchende Unternehmen zahlen einen reduzierten Eintrittspreis von 300 Euro.

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