Zeitung Heute : Unvergessliches Erlebnis

Sieben Stätten gehören zum Weltkulturerbe

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Äthiopien ist ein Land der Extreme. Es ist das älteste Staatswesen auf afrikanischem Boden. Und gleichzeitig gehört es heute zu den ärmsten und bevölkerungsreichsten Ländern des Kontinents. Mit dem SimienNationalpark besitzt es die wohl raueste und unzugänglichste Hochgebirgslandschaft Afrikas. Die Danakil-Senke wiederum markiert den tiefsten Punkt unter dem Meeresspiegel auf dem Planeten. Sieben Stätten des Unesco-Weltkulturerbes befinden sich auf seinem Territorium – für jeden Besucher ein unvergessliches Erlebnis. Die beste Reisezeit ist von September bis Januar, wenn die Regenzeit vorüber ist.

84 verschiedene Stämme leben in dem Vielvölkerstaat zusammen. Etwa die Hälfte der Menschen gehört dem Islam an, die andere Hälfte dem Christentum. Die äthiopische Kirche gehört zu den ältesten der Welt. Ihre berühmten Felsenkirchen wurden komplett in das Gestein gehauen und sind teilweise im Inneren kunstvoll dekoriert. Die spektakulärsten Bauten entstanden im 13. Jahrhundert in dem Hochgebirgsort Lalibela. Rund 200, teilweise deutlich ältere Felsenkirchen befinden sich in der Gheralta-Region nahe der Stadt Mekelle. Axum, die Hauptstadt des antiken Großreiches im Norden, wurde wahrscheinlich im 3. Jahrhundert vor Christi Geburt gegründet. Herrscherin soll hier die legendäre Königin von Saba gewesen sein. Der Legende nach soll sie auch nach Jerusalem gereist sein und einen Sohn von dem jüdischen König Salomon bekommen haben. Aus vorchristlicher Zeit stammen auch die Stelen von Axum, die ebenfalls zum Unesco-Weltkulturerbe zählen. Diese monumentalen Steinsäulen wurden offenbar über Grabanlagen errichtet. Von den drei größten Stelen steht noch eine aufrecht. Sie ist 23 Meter hoch. Eine zweite mit einer Höhe von 33 Metern und einem Gewicht von 520 Tonnen zerbrach bereits im Altertum bei dem Versuch, sie aufzustellen.

Daneben stehen auch die im 17. Jahrhundert errichtete Palastanlage Fasil Ghebbi in der Stadt Gondar sowie die mit feinen Reliefbildern von Menschen, Tieren und Waffen verzierten Stelen von Tiya auf der Unesco-Liste. Als Weltnaturdenkmäler anerkannt sind der Simien-Nationalpark sowie die Unterläufe der Flüsse Awash und Omo, wo die bislang ältesten Fossilien des Homo sapiens gefunden wurden. M.G.

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