Zeitung Heute : Urlaub mit dem Drahtesel

Thomas Lindhorn Olaf Krohn

Radler müssen sich ihre Kräfte gut einteilen, darum nutzen sie für ganz große Etappen gern die Bahn oder auch - beim Radl-Urlaub in der Ferne - das Flugzeug. Beide Verkehrsmittel nehmen auch prinzipiell Radfahrer samt Drahtesel mit, allerdings verursacht insbesondere die Deutsche Bahn eingefleischten Pedaltretern zuweilen einiges Kopfzerbrechen - und bisweilen eine dicke Portion Ärger.

Grundsätzlich erlaubt die Bahn in allen Zügen des Nahverkehrs - S-Bahn, RegionalBahn (RB), RegionalExpress (RE) und InterRegioExpress (IRE) - die Mitnahme von Fahrrädern, so lange der Platz reicht. Auch die bunten neuen Triebwagen privater Nahverkehrs-Unternehmen verfügen durchweg über Stellplätze für Fahrräder. Doch Vorsicht: Vor allem innerhalb von Verkehrsverbünden gelten während des Berufsverkehrs morgens und nachmittags teilweise Sperrzeiten für Fahrräder. Mit Kapazitätsproblemen ist an sonnigen Sommerwochenenden in beliebten Fahrrad-Revieren zu rechnen. Generell kostet die Fahrrad-Mitnahme in DB-Nahverkehrszügen drei Euro pro Strecke, bei Tageskarten wie dem Schönen-Wochenend-Ticket oder den Ländertickets gilt das Fahrradticket auch für Rück- und Rundfahrten.

Aber keine Regel ohne Ausnahme: In einigen Regionen reist das Fahrrad gratis mit. Vor dem Ticketkauf sollte man also das Kleingedruckte in Aushängen oder Broschüren lesen und im ReiseZentrum der Bahn oder beim Zugpersonal nachfragen. Grundsätzlich anders organisiert ist der Fahrrad-Transport im DB-Fernverkehr. Für InterCity (IC), EuroCity (EC), InterRegio (IR) und ihre diversen Nachtzüge hat die Bahn eine Reservierungspflicht verfügt. Im ICE heißt es für Fahrräder leider prinzipiell: Wir müssen draußen bleiben. Das Fahrrad-Ticket einschließlich Reservierung kostet acht Euro pro Strecke, mit BahnCard nur sechs Euro, im internationalen Verkehr grundsätzlich zehn Euro.

Von Berlin aus bietet die DB folgende Direktverbindungen für Radler im Fernverkehr: In allen InterRegios, zum Beispiel die Richtungen Hannover-Osnabrück-Amsterdam, Stralsund-Rügen sowie die Strecke Halle-Erfurt- Frankfurt am Main; im InterCity/EuroCity Richtung Hamburg-Westerland und Dresden-Prag; im innerdeutschen Nachtverkehr Richtung Augsburg-München, Dortmund- Köln und Karlsruhe-Freiburg; im internationalen Nachtverkehr Richtung Amsterdam, Brüssel-Paris, Wien, Amsterdam und Basel- Zürich.

Für alle Fragen rund um das Thema Bahn und Bike hat die DB eine Radfahrer-Hotline eingerichtet: 018 05 / 15 14 15 (Montag bis Freitag von 8 bis 18 Uhr, Sonnabend von 8 bis 12 Uhr). Außerdem hilft ein Blick in die nützliche, kostenlose Broschüre "Bahn & Bike".

Wer an weiter entfernten Urlaubszielen keinem Mietrad vertraut und in die eigenen Pedalen treten will, kann seinen Drahtesel bei allen Fluggesellschaften relativ preisgünstig als Sportgepäck einchecken. Alle namhaften deutschen Charter-Airlines bieten diesen Service. Kostenpunkt: 30 Euro hin und zurück. Stammkunden, die im Besitz einer Kundenkarte beispielsweise von LTU oder Air Berlin sind, können diesen Service sogar kostenlos in Anspruch nehmen. Eine Verpackung des Rads ist in jedem Fall sinnvoll und wird von einigen Airlines auch vorgeschrieben. Bei Liniengesellschaften wie der Lufthansa wird der Spaß teurer: Hier kostet die Fahrradmitnahme innerhalb Europas pro Weg 34 Euro, bei Reisen auf andere Kontinente sogar 68 Euro.

Vorgeschrieben ist auch die Anmeldung des Fahrrads schon bei der Ticketbuchung. Und nicht zu vergessen: Vor dem Einchecken des Fahrrads muss man bei der Lufthansa die Luft aus den Reifen lassen. Aber das kann auch bei anderen Airlines hilfreich sein.

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