Zeitung Heute : Urlauber müssen sich nicht jede Veränderung gefallen lassen - aber sie müssen rasch reagieren

Für viele Bundesbürger beginnt die Reisezeit erst nach dem Sommer. Die Pauschalreise der Nachsaison ist fest gebucht, die Flugdaten stehen fest - plötzlich ändern sich Ankunftszeiten, die Airline wird gewechselt oder der Reiseveranstalter verlangt womöglich noch aus heiterem Himmel einen Preisaufschlag. Der Urlauber muss sich allerdings nicht jede Veränderung gefallen lassen.

Grundsätzlich gilt nämlich: Reiseverträge sind für den Veranstalter bindend. Zwar können auch seriöse Unternehmen nicht hundertprozentig für ihre Leistungen grantieren. Dennoch tragen sie die rechtliche Verantwortung dafür. Das bedeutet: Reisende haben keine Chance, wegen Kleinigkeiten gleich Schadenersatz zu bekommen. Schlampigkeit müssen sie aber auf keinen Fall hinnehmen.

Der Veranstalter darf "geringe Leistungsänderungen" vornehmen, ohne eine Ersatzreise anbieten zu müssen oder Geld zurückzuzahlen. Ändern sich Flugzeiten oder die Fluglinie, bietet das allein noch keinen Grund für einen Reiserücktritt, wenn die Ersatzairline gleiche Leistungen bietet. Auch wenn statt des gebuchten Hotels eine gleich- oder höherwertige Unterkunft angeboten wird oder Tagesprogramme bei Rundreisen vertauscht werden, kann nicht gleich Schadenersatz gefordert werden. Die Aussichten bessern sich jedoch, wenn Kunden in solchen Fällen nicht rechtzeitig über die Änderungen informiert wurden und ihr Einverständnis nicht eingeholt wurde.

Nachträgliche Preisänderungen sollten auf keinen Fall ohne weiteres akzeptiert werden. Verteuert sich die Reise um mehr als fünf Prozent, muss der Veranstalter eine gleichwertige Ersatzreise zum alten Preis anbieten und seine Entscheidung ausführlich begründen. Liegen zwischen Erhöhung und Reisebeginn weniger als vier Monate, brauchen Urlauber die Teuerung nicht zu akzeptieren. Doch man soll schnell reagieren: Wochenlanges Zögern kann als Einverständnis gewertet werden.

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