Zeitung Heute : Urteile: Auto gilt als neu, trotz Überführungsfahrt

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Ein fabrikneues Auto bleibt auch nach der Überführungsfahrt noch ein Neuwagen. Das hat das Oberlandesgericht (OLG) Stuttgart entschieden (Az.: 4 U 53/00), berichtet die in Köln erscheinende "Monatsschrift für Deutsches Recht" (Heft 22/2000). Eine vom Händler vorgenommene Überführungsfahrt sei noch keine so genannte Ingebrauchnahme zu Verkehrszwecken, urteilten die Richter.

Das Gericht wies damit die Klage eines Autokäufers auf Lieferung eines anderen Wagens ab. Der Kläger hatte sich geweigert, einen von ihm bestellten Neuwagen abzunehmen, nachdem er festgestellt hatte, dass das Tachometer nach der Überführungsfahrt einen Kilometerstand von 452 aufwies. Das OLG wertete dies jedoch als unerheblich. Bei einer durchschnittlichen Gesamtlaufleistung heutiger Autos von etwa 200 000 Kilometern halte sich die Strecke von 452 Kilometern im Rahmen dessen, was üblicherweise unter einer Überführungsfahrt zu verstehen sei.

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