Zeitung Heute : Urteile: Nicht anschnallen kann Geld kosten

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Nicht angeschnallte Beifahrer, die bei einem Verkehrsunfall verletzt werden, müssen einen Teil des erlittenen eigenen Schadens selbst tragen. Das hat das Landgericht Halle entschieden (Az.: 3 O 1464/99), berichtet die in Maintal (Hessen) erscheinende Fachzeitschrift "Schadenpraxis". Hier ging es um einen Beifahrer, der bei einer Geschwindigkeit von 140 bis 160 km/h aus dem Fahrzeug geschleudert worden war, weil dieses sich nach einem Ausweichmanöver mehrfach überschlagen hatte.

Das Gericht ging bei Verstößen gegen die Anschnallpflicht grundsätzlich von einer Haftungsquote zwischen einem Fünftel und der Hälfte des eingetretenen Schadens aus. Im konkreten Fall musste der Betroffene ein Drittel der Kosten übernehmen. Die Richter hoben die besonderen Gefahren für Gurtmuffel hervor: Sachverständigengutachten zufolge liegt das Todesrisiko nicht angeschnallter Fahrzeuginsassen bei 21,1 Prozent gegenüber einem Todesrisiko von 2,4 Prozent für Insassen, die bei dem Unfall angeschnallt im Fahrzeug verbleiben.

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