• US-Gewerkschafter kritisiert den Streit bei Daimler-Chrysler Debatte um den Führungsstil des Autokonzerns hält an

Zeitung Heute : US-Gewerkschafter kritisiert den Streit bei Daimler-Chrysler Debatte um den Führungsstil des Autokonzerns hält an

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Frankfurt (Main) (hof/wsj). Der Sturz des designierten MercedesChefs Wolfgang Bernhard reißt im Daimler-Chrysler-Konzern immer neue Gräben auf. Während die deutschen Arbeitnehmervertreter die Entscheidung mitgetragen und ausdrücklich begrüßt hatten, kommt nun Kritik aus den USA. Nate Gooden, als Vizepräsident der US-Autogewerkschaft UAW im Daimler-Chrysler-Aufsichtsrat, hat die Abberufung Bernhards als „gravierenden Fehler“ bezeichnet und die Entscheidung nach eigenen Angaben nicht mitgetragen. „Warum trennt man sich in einem Überlebenskampf von Personen, die versuchen, beim Überleben zu helfen?“ Zwei Tage, bevor Bernhard den Chefposten bei der Mercedes Car Group übernehmen sollte, hatte der Aufsichtsrat die Nominierung überraschend zurückgenommen. In den Wochen zuvor hatte sich Bernhard, der in den vergangenen Jahren als Chrysler-Vizechef maßgeblich an der Sanierung der US-Marke beteiligt war, mit dem jetzigen Mercedes-Chef Jürgen Hubbert, mit Führungskräften und den Betriebsräten angelegt. Unter anderem hatte Bernhard, wie berichtet, für die Verlagerung von Mercedes-Produktionen von Deutschland ins Ausland plädiert.

Deutliche Kritik übte Gooden auch am Stil der Entmachtung Bernhards. Er habe vor der entscheidenden Sitzung vor knapp zwei Wochen keinerlei Hinweise darauf erhalten, dass der Job von Bernhard zur Debatte stehe. Gooden bescheinigte Bernhard, einen „verdammt guten Job bei Daimler-Chrysler“ gemacht zu haben. Zum Verhängnis waren Bernhard nach Meinung von Kennern des Unternehmens die Dynamik und der Handlungsdrang geworden, für den er zuvor so viel Lob geerntet hatte. „Bernhard hat Türen aufgerannt, bei denen er hätte anklopfen müssen“, ist sich Michael Raab, Automobilanalyst bei Sal. Oppenheim, sicher.

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