Zeitung Heute : USA fürchten Eklat durch Geheimpapiere

Wikileaks veröffentlicht Diplomaten-Dokumente

Washington/Berlin - Mit einem dramatischen Appell hat die US-Regierung versucht, die Veröffentlichung kompromittierender Geheimdokumente durch die Internetplattform Wikileaks zu verhindern. Der Regierung von Präsident Barack Obama droht durch die Enthüllungen ein diplomatischer Schaden, wie Äußerungen führender Diplomaten belegen. Auch deutsche Politiker werden offenbar in ein schlechtes Licht gerückt. US-Außenministerin Hillary Clinton bemühte sich in Telefonaten mit Kollegen, darunter Außenminister Guido Westerwelle, um Schadensbegrenzung. Im Auswärtigen Amt hieß es, sie habe ihr Bedauern über die Publikation zum Ausdruck gebracht. In den Memos der US-Botschaft in Berlin soll Westerwelles Kompetenz als Außenminister kritisch bewertet worden sein. Ebenfalls kritisch, aber positiver soll Bundeskanzlerin Angela Merkel bewertet worden sein.

Der US-Botschafter in Deutschland, Philip Murphy, sagte dem Tagesspiegel am Sonntag: „Es wird jetzt ein paar schwierige Tage geben, aber ich bin fest davon überzeugt, dass das deutsch-amerikanische Verhältnis von diesen Verstimmungen nicht dauerhaft belastet wird. Wir werden das durchstehen.“ Um eine Entschuldigung gehe es ihm nicht. „Mit Frau Merkel und Herrn Westerwelle bin ich glücklicherweise permanent im Gespräch, daran wird sich nichts ändern, und ich bin sicher, dass wir diese schwierige Phase jetzt sowohl auf Regierungs- als auch auf der persönlichen Ebene in den Griff bekommen werden“, sagte er. Ein Teil des Materisollte in der Nacht zu Montag unter anderem vom „Spiegel“ publik gemacht werden. Christian Tretbar

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