USA – Schweiz : Amerikaner gehen im Steuerstreit härter vor

Die Schweiz streitet mit Deutschland wegen des Ankaufs einer Steuersünder-CD. Doch die USA machen gegenüber dem Steuerparadies noch ganz anderen Druck.

Tsp

Die USA sind in ihrem Steuerstreit gegen die Schweiz härter und gezielter vorgegangen als die Europäer. Eine Rolle spielt dabei die zentrale Funktion der Wall Street für die weltweite Finanzbranche. Schon 2009 wurde das Bankgeheimnis aufgeweicht, als auf Druck der Amerikaner die Daten von 250 verdächtigen Kunden der Bank UBS ausgehändigt wurden. Die UBS zahlte zudem 780 Millionen Dollar an die USA. Im August 2009 stellten die US-Behörden ein Amtshilfeersuchen, das sich konkret auf 4450 UBS-Kunden bezog. Diese Daten wurden 2010 geliefert. Darauf wurde eine Klage gegen UBS eingestellt. Mittlerweile laufen Ermittlungen gegen weitere elf Banken mit Sitz in der Schweiz wegen Anstiftung zur Steuerhinterziehung. Die Regierung in Washington konnte mittlerweile durchsetzen, dass die Schweiz nicht nur Anfragen mit konkreten Namen und Konten akzeptiert, sondern auch pauschale Gruppenanfragen, in denen es um bestimmte Verhaltensmuster geht – zum Beispiel finanztechnische Konstrukte, die der Verschleierung dienen können. Der Chef der Schweizer Finanzmarktaufsicht, Patrick Raaflaub, resümierte: Das Geschäftsmodell, „das auf dem Verstecken unversteuerter Gelder basiert“, sei am Ende.

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