Zeitung Heute : V-Mann Peymann

Urban Media GmbH

Von David Ensikat

Claus Peymann ist Theaterintendant. Das ist er gern, und deshalb sagt Claus Peymann: „Ich bekenne mich weiterhin dazu, dass ich kein Polizeipferd werden möchte.“ So stand es gestern in der „B.Z.“ Claus Peymann ist Künstler, da gebraucht man Gleichnisse. Er meinte: Ich lasse mich vom Berliner Senat nicht einfach so wegsparen, wie das die Berliner Polizeipferde getan haben.

Zum ersten Mal hat Claus Peymann seine allegorische Abneigung gegenüber dem Polizeipferddasein zum Ausdruck gebracht, als ihm die „B.Z.“ ihren Kulturpreis gab. Das ist jetzt einem Monat her, inzwischen ist einiges geschehen:

a)Die Polizeipferde werden nicht weggespart, Otto Schily hat ihnen eine neue Heimat beim Bundesgrenzschutz angeboten.

b)In der Kulturverwaltung überlegen sie, ob man Claus Peymanns Berliner Ensemble drei Millionen Lottomark aus dem Haushalt streichen könnte.

Punkt b) hat Claus Peymann dazu bewogen, sein hammerhartes Gleichnis nun zu wiederholen. Wir aber fragen: Hat Claus Peymann dabei Punkt a) berücksichtigt? Klar, Polizeipferd möchte kaum jemand sein, ganz generell betrachtet. Aber wir reden hier ja ü bers Gleichnis. Was also würde Claus Peymann sagen, schlüge ihm Otto Schily vor, mit seinen Mimen sagen wir für den Verfassungsschutz zu arbeiten, bei vollen Bezügen versteht sich? Ums Publikum müsste er sich nicht mehr scheren, wegen der Geheimhaltung. Und alle Berliner Theater könnten ihre Etats besinnungslos, ach was: völlig verfassungswidrig überziehen. Versuchte der Senat nun, die Prassanstalten durchs Verfassungsgericht verbieten zu lassen, hätte er keine Chance:Die Theater könnten V-Mann Peymann als Anstifter benennen, und Flierl und Sarrazin stünden da wie Otto Schily.

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