Zeitung Heute : Väterlicher Freund, brüderlicher Feind

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DER FÖRDERER

Jacques Chirac ist seit Jahrzehnten eine beherrschende Größe in der französischen Politik. Im dritten Anlauf zog er 1995 in den Elysée-Palast ein, den Amtssitz des Staatschefs. Mit den Präsidentschaftswahlen 2007 geht seine Ära zu Ende. Villepin und Chirac sind politisch untrennbar verbunden: Villepin verdankt Chirac seinen Aufstieg, Chirac verdankt seinem damaligen Berater Villepin seine Wiederwahl zum Präsidenten 2002. Im Streit um den Kündigungsschutz hat Chirac eine Lösung vorgeschlagen, die Villepin helfen soll, das Gesicht zu wahren.

DER VERTRAUTE

Maurice Gourdault-Montagne ist außenpolitischer Berater von Chirac. Als „Sherpa“ bereitet er für den Staatschef die internationalen Gipfeltreffen vor. Vor Chiracs Wahl zum Präsidenten 1995 begannen Villepin und Gourdault-Montagne gemeinsam ihre politische Laufbahn. Im Kabinett des damaligen Außenministers Alain Juppé war Villepin Kabinettsdirektor, Gourdault-Montagne dessen Stellvertreter. Das verbindet die beiden bis heute und beschert Villepin einen zusätzlichen Draht in den Elysée-Palast.

DER RIVALE

Nicolas Sarkozy ist Vorsitzender der bürgerlichen Regierungspartei UMP und Innenminister. Anders als Villepin hat er die politische Ochsentour hinter sich: Als 22-Jähriger wurde der Sohn eines ungarischen Einwanderers und einer Griechin Gemeinderat im wohlhabenden Pariser Vorort Neuilly-sur-

Seine. Sechs Jahre später wurde er dort Bürgermeister. 2007 will er für die UMP als Präsidentschaftskandidat antreten.

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