Zeitung Heute : Van Morrison und Coloccini im Gegenlicht Esther Kogelboom über das nächste ganz große Ding

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Die Frisur des argentinischen Nationalspielers Fabricio Coloccini ist ein absoluter Klassiker aus den späten 60er und beginnenden 70er Jahren und wird heutzutage nur noch selten getragen. Männer mit mehr oder weniger durchgestuften Locken haben diesen rührenden Softporno-Appeal, man wähnt sie automatisch im weichen Gegenlicht des Frühherbstes – so ungefähr wie Van Morrison auf dem Cover von „Astral Weeks“.

Im gleißenden Flutlicht des neuen Jahrtausends jedoch wirkt der Coloccini-Mop eher wie ein verschollen geglaubtes Ausstellungsstück, das Archäologen im Keller eines längst geschlossenen Frisurenmuseums gefunden haben. Selbst Rudi Völler hat sich inzwischen zu einer etwas gemäßigteren Variante des Mops durchgerungen. Und das will was heißen.

Was also treibt Coloccini, freiwillig als Ein-Mann-Schafherde aufzutreten? Der Argentinier, dessen Locken angeblich nicht künstlich gelegt sind, will zur Galionsfigur der neuen Dauerwellenbewegung werden. Ja, es ist wirklich so: Schaut man – nachdem man alle 11-Freunde-täglich-Ausgaben auswendig gelernt hat – in ein Frauenmagazin, so wird man feststellen: Die Dauerwelle wird für den nächsten Herbst als das nächste große Ding angekündigt. Astral Weeks, eben. Mit Coloccini.

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