Zeitung Heute : Vektorgrafik versus Pixelgrafik

MARKUS RIMSCHA

Wie verwaltet der Computer eigentlich die Grafiken? Und warum können manche Bilder stufenlos vergrößert werden und manche nicht? Der Ursache für diese Probleme liegt in den zwei grundsätzlich unterschiedlichen Grafikformaten, die der Rechner kennt.In dem einen Fall wird das Bild aus lauter einzelnen, geometrischen Objekten zusammengesetzt. Hier kommen neben Linien, Dreiecken und Kreisen auch kompliziertere Gebilde wie krummlinig begrenzte Flächen in Frage. Jedes dieser einzelnen Objekte hat seine eigene Farbe, alle Objekte zusammen ergeben das Bild. Diese Form der Darstellung wird als Vektorgrafik bezeichnet und ist für die Verarbeitung am Computer sehr gut geeignet.Sollen nun einzelne Bestandteile des Bildes separat bearbeitet werden: Das ist kein Problem. Auch das Vergrößern einzelner Ausschnitte oder aber des ganzen Bildes ist unproblematisch. Wenn Grafiken mit gängigen Programmen wie etwa CorelDraw gezeichnet werden, liegen sie in einem solchen vektororientierten Format vor. Vektorformate bieten sich dabei hauptsächlich für Grafiken an, die am Rechner konstruiert werden.Ist die Zerlegung einer Grafik in ihre einzelnen Bestandteile geschafft, so sind Vektorformate eine sehr platzsparende Möglichkeit, das Resultat zu speichern. Den Gegensatz hierzu bilden die Rastergrafiken. Hier wird das entstandene Bild in eine Unzahl von Zeilen und Spalten aufgeteilt und so aus einzelnen Punkten zusammengesetzt. Ein Zusammenhang zwischen diesen vielen, einzelnen Punkten ist aber nicht mehr ohne Weiteres erkennbar. Rastergrafiken werden in Anwendungen wie Corel PhotoPaint gemalt.Auch Scanner zerlegen die Bildvorlage beim Einlesen in eine Vielzahl winziger Rasterpunkte und liefern dann eine entsprechende Grafik. Rasterformate sind hauptsächlich für Fotos relevant. Einmal erzeugt, kann die Auflösung einer Rastergrafik aber kaum noch mehr verbessert werden. Soll die Auflösung beispielsweise vergrößert werden, bleibt prinzipiell nichts anderes übrig, als einfach jeden einzelnen Punkt zu vergrößern, meist mit recht unbefriedigenden Resultaten. Für einen echten Qualitätsfortschritt muß das Original nochmals in einer höheren Qualität eingelesen werden.Wegen der sturen Zerlegung in einzelne Bildpunkte belegen Bilder im Rasterformat viel Speicher, da die vergleichsweise intelligente Aufteilung in einzelne Objekte im Rasterformat fehlt. Zumindest während der Bearbeitung von Rastergrafiken bieten gute Programme mittlerweile viele Funktionen an, die an den Komfort beim Umgang mit Vektorgrafiken erinnern - etwa das Arbeiten in verschiedenen Bildebenen. Beim Abspeichern der Bilder gehen diese Möglichkeiten aber oft verloren, wenn nicht ein programmspezifisches Format gewählt wird.

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