Zeitung Heute : Venezianische Leuchttürme

Abschlusskonzert vor dem Neuen Palais: So klingt Venedig

Peter Buske

„Alle maskiert…“: So singt und klingt es walzerselig nicht nur in der Strauß’schen Operettenvergnüglichkeit „Eine Nacht in Venedig“. Auch beim Abschlusskonzert der Musikfestspiele, die vermittels der stilistisch vielgestaltigen musica serenissima über vierzehn Tage lang ein wenig von der Magie und dem Mythos der Lagunenstadt vermittelt haben, wird es walzerselig zugehen. Und per Barcarole (aus Offenbachs „Hoffmanns Erzählungen“) kann man sich akustisch durch die nacht-dunklen Kanäle gleiten lassen.

Als versierte Gondolieri werden die Musiker des Filmorchesters Babelsberg unter Anleitung ihres Dirigiermeisters Scott Lawton für sichere und stilkundige Fahrt durch Opern-, Operetten- und Filmmusikgefilde sorgen, gemeinsam mit dem Moderator Karl Fischer alias Sergente Vianello aus Donna Leons Krimiverfilmungen. Und wieder einmal wird das „Adagietto“ aus Gustav Mahlers 5. Sinfonie Assoziationen zur Melancholie und dem morbiden Charme der Lagunenstadt erwecken. Ein Zauber, dem man sich sicherlich kaum entziehen kann und will!

Vom „Tod in Venedig“ zur unverhofften (vielleicht auch erwarteten?) Begegnung mit Casanova im „Casino Royale“ auf dem Lido ist’s nur ein kleiner Schritt Doch so oder so – der OpenAir-Abschied aus Venezia wird einem schwer fallen. Von Albinoni (Adagio g-Moll) über Rossini bis Ermanno Wolf-Ferrari, von Donizetti bis Verdi werden die Errichter musikalischer Leuchttürme zur Stelle sein, um uns mit einem „Arrivederci!“ zu verabschieden. Zwei Sänger der hohen Stimmlage, die Sopranistin Marina Rebeka und der Tenor César Augusto Gutiérrez, dürften mit Arien und Duetten für vokalen Glanz sorgen. Peter Buske

Neues Palais von Sanssouci, 22. Juni, 21 Uhr

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