Zeitung Heute : Veranstalterreisen werden wegen des hohen Dollarkurses bis zu zehn Prozent teurer

USA-Touristen müssen wegen des hohen Dollarkurses nach Ansicht der Deutschen Reisebüro GmbH (DER) künftig mit Preissteigerungen bis zu zehn Prozent rechnen. "In zwei Monaten werden die Winterreisekataloge kalkuliert. Wenn der Dollar bis dahin auf dem jetzigen Niveau bleibt, dann werden die USA-Reisen teurer", sagte DER-Chef Peter Landsberger jetzt auf der Bilanzpressekonferenz. Für 2000 erwartet Landsberger ein zweistelliges Plus bei den Buchungsumsätzen.

Die DER Gruppe, zu der neben dem Reiseveranstalter Dertour unter anderem eine Reisebürokette gehört, will ihr Image als Fern- und Städtereisespezialist weiter ausbauen. Neben einer Verdoppelung der Buchungen für den Vorderen Orient hätten Südafrika, Skandinavien und Italien als Reiseländer stark zugelegt.

Fernreisen seien 1999 mit einem Plus von zehn Prozent neben Städtereisen der Wachstumsträger gewesen, sagte Landsberger. Lediglich Karibikziele hätten im vergangenen Jahr unter dem hohen Dollarkurs gelitten. Gemeinsam mit dem Automobilclub ADAC wolle das DER die Auslastung bei Nordamerika-Reisen künftig erhöhen und Kosten senken. Dass der Veranstalter Dertour trotz des starken Dollars bei Nordamerika-Reisen seit Januar ein Buchungsplus von 30 Prozent verzeichnet, erklärte Landsberger mit geänderten Reisegewohnheiten: Bisherige Individualtouristen nutzten wegen des Dollarkurses lieber Pauschalreisen.

2,1 Millionen Gäste verreisten 1999 mit Dertour (plus sieben Prozent), gut eine Million davon ging auf Städtetouren: Bei Städtereisen sieht sich Dertour mit einem Anteil von rund 50 Prozent als Marktführer.

Den Winterkatalog werde das DER gemeinsam mit ITS statt wie bisher mit der Düsseldorfer LTU Touristik produzieren, kündigte der DER-Chef an. Seit Jahresanfang gehört die frühere Bahn-Tochter DER zur Touristiksparte des Kölner Einzelhandelskonzerns Rewe. Mit DER, ITS und der Reisebürokette Atlasreisen war der Rewe-Konzern zu Jahresbeginn nach der Hannoveraner TUI und der C & N Touristic AG (Oberursel) zur Nummer drei im deutschen Tourismusmarkt aufgestiegen. 1999 erzielte die DER-Gruppe einen Umsatz von knapp 7,1 Milliarden, ein Ergebnis vor Steuern von 77,9 Millionen Mark.

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