Zeitung Heute : VERANSTALTUNGEN

Morbide und verlorene Welt

Ihre Entwürfe liegen gut temperiert in den Archiven des Deutschen Historischen Museums. Aus Duschvorhängen, Schuhleder und Erdbeerfolie genäht war die Kleidung von Gruppen wie chic, charmant und dauerhaft, Stattgespräch und in den späten Achtzigern Allerleirauh. Die Mode war keineswegs für die Ewigkeit gemacht, sondern für die Flucht aus einer tristen Gegenwart. Die Protagonisten mussten nicht politisch sein, dass waren schon ihre Gegner. Wer so morbid aussah, musste subversiv sein. Zu deutlich zeigte die Berliner Modeavantagarde was ihrem Staat bevorstand. Auf Bildern wie von Sven Marquardt, Robert Paris und Sibylle Bergemann sind schöne Menschen in Fantasiekostümen zu sehen, die in abrissreifen Altbauten, Industrieanlagen fotografiert wurden.gth Das Berliner Kunstgewerbe Museum zeigt die Ausstellung In Grenzen frei, Mode, Fotografie, Underground in der DDR 1979-89 bis zum 13. September.

Die Welt in einer Viertelstunde

Der kurze Moment, wenn der Laufsteg noch im Dunkeln liegt und die Zuschauer mit ihren Programmen rascheln, ist eigentlich der schönste einer Modenschau. Dann geht alles ganz schnell. Kaum länger als eine Viertelstunde darf eine Präsentation dauern, dann eilen die Zuschauer schon zum nächsten Ereignis. Was bleibt sind eine Ahnung von Farben, Formen, Materialien, die vorbeirauschen und skizzieren sollen, wie wir uns in einem Jahr kleiden werden.

Jetzt wurde im Düsseldorfer NRW-Forum ein Catwalk aufgebaut, um dem Besucher die spektakulärsten Modenschauen der vergangenen Jahre näher zu bringen – von den opulenten Modeoperetten von John Galliano für Dior bis hin zu den kargen Performances des Intellektuellen Hussein Chalayan. Kuratiert hat die Ausstellung der Regisseur Alexandre de Betak, der schon viele Modenschauen in Paris inszenierte.gth Infos unter www.nrw-forum.de

Jugend zieht uns an

Trends kommen schon lange nicht mehr von den Laufstegen sondern den Straßen dieser Welt. Spätestens seit es Jugendkulturen gibt, findet man ebenso viele Kleidungsstile wie soziale Milieus und gesellschaftliche Strömungen. Wer beeinflusst also, wie wir unser Aussehen inszenieren? Zu diesem Thema findet am 8. September das Symposium „Fashion@society“ in der Berliner Akademie der Künste am Pariser Platz statt. Im Rahmen des Nachwuchswettbewerbs createurope des Goetheinstituts erklären Experten die Welt der Mode.gthInfos unter www.createurope.com

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