Zeitung Heute : Verderblich

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Das Pfeifen im Walde wird lauter. Das heißt, die Beschwörungsformel der Reisemanager - "Alles wird gut, nur die Nerven behalten" - wird zunehmend gepresster hervorgestoßen. So ziemlich das Letzte was die Pauschalreiseveranstalter in der weiterhin herrschenden Konjunkturflaute brauchen können, ist ein Preiskrieg. TUI-Chef Volker Böttcher ist gar der Meinung, eine solche Auseinandersetzung könne sich niemand in der Branche leisten. Hieß es bisher, "der Sommer muss im Januar verkauft sein", gibt man sich nun Zeit bis "kurz nach Ostern". Sind dann jedoch die prall gefüllten Regale der Reisebüros nicht leer verkauft, dann allerdings, so munkeln Branchenkenner, wird mit Sicherheit jemand die Nerven verlieren, aus der Phalanx ausscheren und die bisher geübte Preisdisziplin aufgeben, sein Heil im gnadenlosen Abverkauf seiner verderblichen Pauschalpakete suchen. Gut lachen hat bisher nur der "Hai im Goldfischbecken", Alltours-Chef Willi Verhuven, der stur an seinen Billig-angeboten festhält, sich dem Rendite-Kartell der Großen nicht anschließen möchte. Nun dürfen wir gespannt sein, welcher Reiseriese zuerst aus den Startblöcken schießt, um verlorenes Terrain mittels Preissenkungen gut zu machen. In diesen olympischen Tagen kann man nur spekulieren, ob auch auf dem Reisemarkt ein Frühstart bestraft wird.

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