Zeitung Heute : Verhalten soll in Zukunft bewertet werden

Niedersachsen will die Kopfnoten für Schüler wieder einführen. Kultusministerin Renate Jürgens-Pieper (SPD) kündigte diese Verhaltensbeurteilung für die Zeugnisse der Klassen sieben bis zehn an. Auch die Fehlstunden sollen vom kommenden Schuljahr auf dem Zeugnis erscheinen. Nachdem Sachsen und Brandenburg entschieden hatten, Ordnung, Fleiß, Mitarbeit und Betragen zu benoten, geht Niedersachsen nun als erstes westdeutsches Bundesland diesen Schritt. Die alten Noten für "Beteiligung am Unterricht" und "Verhalten" waren vor 25 Jahren abgeschafft worden.

Allerdings sollen die Lehrer keine klassischen Noten von eins bis sechs vergeben, sondern auf standardisierte Formulierungen in fünf verschiedenen Abstufungen zurückgreifen, ähnlich wie bei Arbeitszeugnissen. Das ist auch die Absicht des von einem SPD-Minister geleiteten Bildungsministeriums in Brandenburg. "In einer Ziffernnote lässt sich das Sozialverhalten der Jugendlichen nicht so differenziert ausdrücken", erklärte Renate Jürgens-Pieper. "Wir beraten noch, ob wir die Bewertungen auch in die Abschlusszeugnisse der zehnten Klasse aufnehmen."

Die CDU-Opposition im niedersächsischen Landtag begrüßte die Maßnahmen, will sie aber früher, nämlich schon in den Klassen fünf und sechs, sowie in der Oberstufe einführen. Die Grünen lehnen die Pläne der Ministerin als populistisch ab. Auch der größte Lehrerverband, die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, kritisierte sie scharf. Der Hauptgeschäftsführer der Unternehmerverbände Niedersachsens, Volker Müller, hingegen signalisierte Unterstützung: "Wichtig für die Zukunft ist die soziale Kompetenz, also das Miteinander."

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