Zeitung Heute : Verkauft wird von Berlin aus

In der Hauptstadt schlägt das Herz der DaimlerChrysler Vertriebsorganisation

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Das Werk Berlin liefert die Motoren – in Sindelfingen und Hambach rollen die damit ausgestatteten Mercedes S 400 CDI, Maybach und Smart vom Band. Die wollen dann, wie alle anderen Modelle aus dem Programm dieser drei Marken, verkauft werden. Und damit sind wir wieder in Berlin. Denn die Hauptstadt ist seit dem August 1998 das deutsche Herz für den Vertrieb von DaimlerChrysler. Am Potsdamer Platz, dort wo auf einer jahrzehntelang an der Grenze zwischen Ost und West liegenden Brache ein modernes neues Stadtquartier entstand, ist DCVD zu Hause – die DaimlerChrysler Vertriebsorganisation Deutschland. Mit ihren 1100 Mitarbeitern trägt sie die Verantwortung für den Vertrieb aller Marken, Produkte und Dienstleistungen des Konzerns in Deutschland. Und so gehören neben Smart, Mercedes-Benz und Maybach auch die beiden amerikanischen Konzernmarken Chrysler und Jeep ins Personenwagenprogramm. Und dazu kommen die Nutzfahrzeuge, flinke Transporter, schwere Trucks und komfortable Omnibusse.

Rund 600 000 Fahrzeuge verkaufte die Vertriebsorganisation am Potsdamer Platz allein im vergangenen Jahr in Deutschland. Rund 406 000 davon waren Personenwagen mit dem Stern auf der Kühlerhaube. Das bedeutet mit einem Marktanteil von 12,2 Prozent Platz zwei auf dem deutschen Markt. Marktführer ist DaimlerChrysler bei den echten Kleinwagen. Denn für die verschiedenen Versionen des ultrakompakten nur 2,50 Meter langen Smart entschieden sich rund 46 400 Käufer. Und wer den Eindruck hat, in Berlin gebe es besonders viele dieser praktischen Zweisitzer – er täuscht sich nicht. Denn Berlin ist Deutschlands Smart-Hauptstadt. Blickt man allerdings nach Europa, dann nimmt die Stadt an der Spree nur den zweiten Platz ein. Denn klar vor Berlin liegt Italiens Hauptstadt Rom, wo man heute an jeder Ecke einem Smart begegnet.

Respektabel sind auch die Zulassungszahlen der beiden amerikanischen DaimlerChrysler-Marken Chrysler und Jeep. Denn mit 22 000 Verkäufen erreichte man 2001 das zweitbeste Ergebnis in der Geschichte des Unternehmens., das mit dem PT Cruiser mit seinen Retro-Look-Elementen nun auch bei den Personenwagen ein attraktives Angebot hat. Ein Angebot, das zugleich zeigt, wie die verschiedenen Marken immer enger zusammenarbeiten. Denn sowohl bei verschiedenen Jeep-Modellen als auch im PT Cruiser arbeiten inzwischen moderne Dieselmotoren, die von Mercedes-Aggregaten abgeleitet sind. Um die Statistik abzurunden: Mit 67 500 Transportern und mehr als 33 500 schweren Lkw leisteten auch die Nutzfahrzeuge trotz eines stark rückläufigen Marktes einen beachtlichen Beitrag zu dem 2001 bei rund 18,5 Milliarden Euro liegenden Jahresumsatz von DVCD.

Das verlangt ein flächendeckendes und fein aufgefächertes Vertriebsnetz. 35 Niederlassungen mit rund 20 000 Mitarbeitern bilden das Rückgrat des Vertriebs in Deutschland. Hinzu kommen als Partner 98 Mercedes-Benz-Vertreter, 240 Chrysler- und Jeep-Händler, 41 Smart Center, 23 Smart-Center-Zweigbetriebe, 45 Smart Satellitenbetriebe und 479 Vertragswerkstätten – insgesamt rund 1200 Vertriebs- und Servicestützpunkte mit rund 66 000 Beschäftigten in Deutschland. Die Fäden dieses Systems laufen in Berlin zusammen, von wo aus das Marketing für die – zugegeben sehr unterschiedlichen Produkte – in Form eines raffinierten Mehrmarken-Managements gesteuert wird, eingeschlossen die Werbung für Mercedes-Benz. Zu den neuesten Aktivitäten zählt der Vertrieb der wiederauferstandenen Luxusmarke Maybach. Soeben erst wurde in der Niederlassung Berlin am Salzufer das erste deutsche Maybach Center eröffnet.

Neben den klassischen Vertriebswegen entwickeln sich zusehends neue. Rund ein Drittel aller Kauf-Interessenten informieren sich heute schon im Internet über ihr neues Fahrzeug, können sich in einem „Konfigurator“ das Fahrzeug ihrer Wahl zusammenstellen. Und eine zusehends wichtigere Rolle spielt das Internet beim Direktvertrieb von Gebrauchten. Wer sich hier für ein Angebot entscheidet, macht eine Anzahlung von 250 Euro, und sieben Werktage später steht das Fahrzeug auf einem Spezialtransporter vor der Haustür – auf Wunsch auch zugelassen und sogar mit einem Kennzeichen nach Wahl ( www.mercedesbenz.de ).

Die von DCVD verkauften Autos wollen natürlich auch betreut werden. Deshalb gehört der Service zu den weiteren Schwerpunkten der von Berlin aus gesteuerten Aktivitäten. Und mit der lebenslangen Mobilitätsgarantie, dem 24-Stunden-Service und dem Express-Service zu Festpreisen ohne Anmeldung hat die Berliner Vertriebsorganisation in den letzten Jahren wichtige Standards gesetzt. Ingo von Dahlern

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