Zeitung Heute : Vermitteln, gestalten, erinnern Die Geisteswissenschaften ermöglichen

Weltreisen im Kopf

Gitta Zimmer

Zahlreiche geisteswissenschaftliche Fächer erforschen Sprache, Kultur, Geschichte und Philosophie sowie das Handeln und Denken der Menschen über die Zeiten hinweg. Im Jahr der Geisteswissenschaften sind an der Freien Universität alle Interessierten, die mehr über Grundlagen, Perspektiven, aktuelle Tendenzen und Möglichkeiten geisteswissenschaftlicher Forschung erfahren möchten, herzlich willkommen.

Die Sprache verbindet alle Geisteswissenschaften nicht nur als Arbeitsmittel – sie ist oft auch selbst Forschungsgegenstand: Was ist Sprache? Wie entsteht sie? Was kann sie? Ist Denken ohne Sprache denkbar? In der interdisziplinären Ringvorlesung „FUnktionen der Sprache: Sprache in Aktion“ gehen 26 Wissenschaftler verschiedener Institute diesen Fragen nach. Der Experten-Dialog verdeutlicht den aktuellen Forschungsstand: von sprachphilosophischen Erkenntnissen und kontroversen Sichtweisen über literaturwissenschaftliche Einblicke bis zu bildungspolitischen Fragen, die die Gesellschaft bewegen. Damit bietet die Reihe einen wissenschaftlichen und zugleich allgemeinverständlichen Einblick – in unsere Köpfe wie in unsere Welt.

„Amerika“ ist ein Begriff mit vielen über die Jahrhunderte wechselnden Bedeutungen und ein Name, der am 25. April 500 Jahre alt wird. Heute ist „Amerika“ im Sprachgebrauch meist ein Synonym für „USA“. Daneben stehen Begriffe wie „Südamerika“ oder „Lateinamerika“. Wissenschaftler des John-F.-Kennedy-Instituts für Nordamerikastudien, des Lateinamerika-Instituts und des Center for Area Studies widmen sich der Begriffsgeschichte in der Ringvorlesung „Amerika! Amerikas!“ und stellen ein großes historisches, kulturelles und politisches Panorama vor: Kartographien, Immigrationen, Utopien, Revolutionen und Nationen Amerikas – einst und jetzt.

Beide Universitätsvorlesungen zum Jahr der Geisteswissenschaften gehören zur Reihe „Offener Hörsaal“.

Im Museum veranstalten Wissenschaftler der Freien Universität die Reihe „Sprachen der Kunst“: Zum Auftakt stellen namhafte Vertreter des Interdisziplinären Zentrums „Alte Welt“, des Deutschen Archäologischen Instituts und der Staatlichen Museen zu Berlin im Museum für Vor- und Frühgeschichte ihre Lieblingsobjekte in Kurzführungen vor. Auch Studierende der Archäologie bieten besondere Begegnungen mit der Antike an: Jeden Donnerstagabend erklären sie Kunst- und Gebrauchsgegenstände. Kurz oder ausführlich – ganz nach Wunsch, bei freiem Eintritt.

Die „Internationalität der Geisteswissenschaften in einer globalisierten Welt“ ist Thema eines von der Freien Universität und dem Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) in Kooperation mit dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) veranstalteten Kongresses, zu dem Anfang Juni führende Forscher und Nachwuchswissenschaftler aus aller Welt erwartet werden. Sie diskutieren über die Etablierung verbindlicher Standards in den Geisteswissenschaften, deren Verhältnis zur beruflichen Praxis, über Regionalforschung, Wissenschaftssprachen oder die sogenannten „Kleinen Fächer“. Teil des Programms sind eine Podiumsdiskussion und eine Lesung des somalischen Autors und Samuel-Fischer-Gastprofessors Nuruddin Farah. Auch im Herbst geht es weiter: Bilder, Töne und Texte laden zu einer Erkundungsreise in die Welt der Kunst ein. In der Reihe „Die Lesbarkeit der Welt – Botschaften der Kulturen“ präsentieren die Freie Universität und Berliner Botschaften an acht Themenabenden von Jazz bis Literatur ein internationales Kunst- und Forschungsspektrum.

Weitere Projekte sollen im Laufe dieses Jahres hinzukommen. Auch die bereits etablierten Veranstaltungen, wie die „Lange Nacht der Wissenschaften“ und die „Kinderuni“, werden in diesem Jahr die Geisteswissenschaften besonders herausstellen.

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