Zeitung Heute : Verplappert

Der Tagesspiegel

Hätte, hätte, hätte man doch den Mund gehalten, hat man aber nicht - und dann steht man da und ärgert sich. Wie gerade Jörg Kubicki, langjähriger Freund des Regierenden Bürgermeisters Klaus Wowereit, der dessen Empfehlung „Lass dir nichts entlocken! Es muss auch Geheimnisse geben", in einer plauderlaunigen Minute ignorierte und nun Schwierigkeiten hat, die Worte wieder aus der Welt zu holen. Es war während der Premiere zur „Wunderbar“-Revue im Friedrichstadtpalast, als er sich in ein Gespräch verwickeln ließ, aus dem - bums - ein Super Illu-Interview („Ich bin keine First Lady“) wurde und daraus - zack - eine „Wowereits Freund über seine Liebe zum Regierenden“-Geschichte auf der ersten Seite einer großen Boulevardzeitung. Dabei habe er doch nicht viel Wissenswertes verraten, findet Kubicki. Dass er Wowereit vor neun Jahren in einer Kneipe kennen gelernt habe, und damals schulterlange Haare und einen Bart trug. Dass er Wowereit den Sieg bei der Wahl gewünscht habe, und ihn zwei bis drei Mal in der Woche sehe, oder auch mal ein ganzes Wochenende. Dass er keine Wohltätigkeitsveranstaltungen organisieren werde, weil er sich als Arzt ohnehin sozial engagiere. Außerdem ist der silberne Ring an seiner Hand von einer Freundin selbstgemacht worden und kein Ehering. Trotzdem ist er treu, und zwar „herzenstreu“, was einem Höchstmaß an Loyalität gleichkomme.
Weiteres ließ er sich nicht entlocken. Das soll geheim bleiben. ari

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