Zeitung Heute : Verraucht

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Raucher rauchen nicht genug – sagt die Tabakindustrie und auch der Bundesfinanzminister wird sich dem anschließen können. Denn nach der jüngsten Erhöhung der Tabaksteuer müssen beide mit drastischen Einnahmeverlusten klarkommen. Der Bundesverband Deutscher TabakwarenGroßhändler und Automatenaufsteller beklagte am Donnerstag in Berlin einen Umsatzrückgang von 11,6 Prozent bei Fabrikzigaretten. Zwar seien im selben Zeitraum 26 Prozent mehr Feinschnitt und vorportionierte Tabakprodukte umgesetzt worden, das ändere aber nichts an der Tatsache, dass die erhöhte Tabaksteuer zu Mindereinnahmen beim Staat von 1,4 Milliarden Euro in 2004 führen werde und bereits 1000 Arbeitsplätze vernichtet habe. Das Bundessozialministerium rechnet derweil vor, dass Raucher Kosten von etwa 18 Milliarden Euro pro Jahr verursachen: fünf Milliarden für die medizinische Versorgung, 13 Milliarden koste der Arbeitsausfall. Eine Studie des Zigarettenherstellers Philip Morris hält allerdings dagegen: Weil Raucher früher sterben, belasten sie Renten- und Gesundheitssystem weit weniger. Für das Beispiel Tschechien errechnete die Studie einen volkswirtschaftlichen Nettogewinn durch das Rauchen von knapp 170 Millionen Euro pro Jahr. lha

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