Zeitung Heute : Verspielte Weihnachten

Digitale Unterhaltung unterm Tannenbaum: Die besten PC- und Videospiele dieser Saison

Benedikt Plass

Ben Becker in einem Computerspiel? Zumindest seine Stimme hat er dem Actionspiel „XIII“ ausgeliehen. Das Spiel, eines der Highlights in diesem Jahr, glänzt durch seinen unverbrauchten Comic-Stil und orientiert sich an der gleichnamigen Comic-Vorlage. Zur deutschen Fassung (erhältlich für PC für 40 Euro und die drei aktuellen Videospielkonsolen Playstation 2, Xbox und Gamecube für jeweils rund 55 Euro) meint der Schauspieler: „Das ist keines der üblichen Ballerspiele. Stattdessen wurde der Comic-Charakter bewahrt. Die Macher drehen nicht so an der Schraube, bis sie etwas Reales erzielen – sie schätzen den Comic. Das ist eine Kunstform, die mir sehr gefällt.“

Das düstere „Max Payne 2“ (ab 50 Euro) kann man vorerst nur auf dem PC spielen, im Februar 2004 folgen Versionen für PS2 und Xbox. Das Action-Spektakel richtet sich ausschließlich an Erwachsene und erhielt wegen seiner expliziten Gewaltdarstellung keine Altersfreigabe von der USK (Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle). Wer allerdings alt genug ist, kann sich getrost in die filmreife Geschichte um den New Yorker Polizisten ziehen lassen. Die beklemmende „Film Noir“-Atmosphäre und eine atemberaubende Grafik fesseln an den Monitor.

Das derzeit beste „Jump’n’ Run“ gibt es für die PS2: „Ratchet & Clank 2“ (ca. 50 Euro) begeistert mit Top-Präsentation, intuitiver Steuerung und cleverer Level-Architektonik. Motivierende Zwischenspiele wie ein Hoverbike-Rennen runden das famose Spiel ab.

„Beyond Good & Evil“ (PC und PS2, ab 45 Euro) ist eine schmackhafte Mixtur aus Hüpf-, Abenteuer-, Schleich- und Rennspiel. Mit Heldin Jade erlebt man einen aufregenden Trip voller Abwechslung und Ideenreichtum. Nicht umsonst wurde das originelle Spiel auf der Leipziger „Games Convention“ mit der Auszeichnung „Best Gameplay“ geehrt. Xbox- und Gamecube- Umsetzungen sind fürs Frühjahr 2004 angepeilt.

Videospiel-Kämpfer treffen mit „Soul Calibur II“ (ab 50 Euro, alle Konsolen) die beste Wahl. Die Heimumsetzung des Spielhallenautomaten besticht durch authentische Animationen der Martial-Arts-Künstler sowie eine leicht erlernbare Steuerung. Weitere empfehlenswerte Spiele mit hohem Action-Anteil: Das Weltraumepos „Freelancer“ (PC, ab 40 Euro), die Ork-Schlacht „Herr der Ringe: Die Rückkehr des Königs“ (alle Systeme, ab 45 Euro) und der gewitzte Shooter „Ikaruga“ (Gamecube, ca. 50 Euro)

Der Gamecube hat insgesamt die wenigsten Titel im Sortiment, dafür werden Abenteuerhungrige von Nintendo besonders gut bedient: „Metroid Prime“ (ca. 30 Euro) steuert man aus der Ich-Perspektive und setzt sich mit Waffengewalt gegen futuristische Gegner zur Wehr; knifflige Sprungpassagen und intelligente Puzzles verleihen dem Spiel aber spürbaren Adventure-Charakter. Auch „Legend of Zelda: The Wind Waker“ ist ein exzellentes Action-Abenteuer, das durch seine liebevoll gestaltete Zeichentrickoptik und erstklassige Spielbarkeit enormes Suchtpotenzial entfaltet.

Die klassischen Klick-Abenteuer sind ebenfalls noch nicht ausgestorben, traditionell aber nach wie vor PC-Domäne: „Uru: Ages Beyond Myst“ (ab 40 Euro) ist der dritte Teil der surrealen „Myst“-Reihe, „Tony Tough“ (ab 40 Euro) setzt indes auf schrägen Humor. Und „Baphomets Fluch 3“ (ab 40 Euro, auch für PS2 und Xbox) macht den Spieler zum Teil eines spannenden Kriminalfalls, der nur durch Hirnschmalz gelöst werden kann.

Das Rollenspiel „Knights of the Old Republic“ für PC (ab 40 Euro) und Xbox (ab 55 Euro) lässt einem die Wahl, ob man als guter oder böser Jedi-Ritter agiert. Die große spielerische Freiheit, ein strategisches Kampfsystem und eine komplett neue Handlung, die 4000 Jahre vor dem ersten „Krieg der Sterne“-Film spielt, saugen einen förmlich in das riesige Spiele-Universum.

Freizeittüftler mit einem PC goutieren die Strategie-Rollenspiel-Mischung „Spellforce“ (ca. 40 Euro), dirigieren in „Rise of Nations“ (ca. 40 Euro) Militärtruppen vom Mittelalter bis in die Gegenwart oder versuchen sich im „Fußballmanager 2004“ (ca. 45 Euro) als Hobby-Hoeneß.

Selbst auf Torjagd geht man dieses Jahr besonders realistisch in „Pro Evolution Soccer 3“ für PS2 (ca. 55 Euro) und PC (ab 26 Euro), das schönste Tennis spielt man im Xbox-exklusiven „Top Spin“ (ca. 55 Euro). PS-Jünger greifen zur Straßenrennen-Simulation „Need for Speed: Underground“ (ab 50 Euro, alle Systeme), der Rallye-Referenz „Colin McRae Rally 4“ (ca. 60 Euro) für PS2 und Xbox oder „Project Gotham Racing 2“ (ca. 55 Euro, nur Xbox). Das gelungenste Fun-Rennspiel des Jahres stellen sich Gamecube-Besitzer ins Regal: „Mario Kart: Double Dash“ (ca. 50 Euro) ist vor allem in geselliger Runde ein Stimmungsgarant.

Dank neuer Konzepte, die Kundenkreise fernab des Hardcore-Gamers anlocken sollen, können spielverrückte Eltern zusammen mit ihren Kids um die Wette daddeln. So propagiert Sony „Dog’s Life“ (ca. 50 Euro, PS2) als Abenteuer für die ganze Familie, in dem man den Alltag eines Hundes nachspielt. Der innovative Titel ist gewaltfrei, kunterbunt präsentiert und konsequent umgesetzt – man muss den Vierbeiner gar sein tägliches Geschäft verrichten lassen.

Als Party-Spaß für Jung und AQlt eignet sich das interaktive „Eye Toy“ (ca. 60 Euro, PS2). Die Ur-Version inklusive USB-Webkamera beinhaltet zwölf witzige Minispiele: Via Körperbewegungen schrubbt man etwa virtuell Fenster. Seit Mitte November ist das Update „Eye Toy: Groove“ (ca. 45 Euro, ohne Kamera) im Handel, mit dem man auf Hits von Madonna oder The Jackson Five vor dem TV zappelt.

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